178 Das spezifische Gewicht der Seide.
abgekochten Seide auf 1,43 uud das der Kollodiumseide auf 1,49 fest-gestellt..
Dieses Verfahren hat indessen einige Ungenauigkeiten im Gefolge.Abgesehen davon, dass ein häufiges Umrüliren die Beschalfenlieit der Faserbeeinflussen könnte, besitzt bekanntlich die Seide für Metalloxyde eine nichtgeringe Affinität, die auch für das borowolframsaure Kadmium zutrifft.Durch direkten Versuch kann festgestellt werden, dass nach einer mehr-stündigen Immersion das spezifische Gewicht dieser Salzlösung infolge desÜbergangs des Salzes in die Seidenfaser von selbst sinkt.
Wie erwähnt, variiert das spezifische Gewicht der Seide, wenn auch un-bedeutend, hei den verschiedenenen Rassen. Dasselbe ist hei den wilden Sei-den der Fall, wie folgende Zahlen beweisen.
Roll
Enthastet
Indische Tussah . .
. 1,65
1,46
Chinesische „ . .
. 1,58
1,405
Aylanthusseide. . .
. 1,57
1,39
Eriaseide ....
. 1,55
1,37
Yamamayseide . . .
. 1,66
1,43
Rondotia menciana .
. 1,52
1,35
Theophila mandarina
. 1,50
1,33
Spinnenseide . . .
. 1,39
1,18
Das spezifische Gewicht der Seide variiert im Laufe ihrer chemischenVerarbeitung beim Färben, Bleichen und Erschweren, und der mechanischenbeim Strecken, Schlagen, Chevillieren etc. Es ist einleuchtend, dass, wenndie Erschwerung, sei es eine metallische oder vegetabilische und tierischeoder endlich eine zusammengesetzte, in der Seideufaser inkorporiert wird, dassdann das spezifische Gewicht der letzteren mehr oder weniger verändert werdenmuss. Um auf Grund der spezifischen Gewichtsbestimmung einer gegebenenerschwerten Seidenprobe ihre ungefähre Erschwerungsmenge bestimmen zukönnen, ist es nötig, auch die qualitative Zusammensetzung der letzteren,oder, was gleichbedeutend ist, die Färbe- und Erschwerungsmethode, nachwelcher die vorliegende Seide hergestellt worden ist, einigcrmafsen zu ken-nen. Diese Methoden bezw. Verfahren weichen natürlich je nach der Fabrikund Gegend voneinander etwas ab, doch sind sie im allgemeinen analog ge-nug, um z. B. nach ermittelter qualitativer Analyse auch die Herstellungs-art bestimmen zu können.
Die Art der Untersuchung erschwerter Seiden auf ihre qualitative Zu-sammensetzung hin wird in dem betreffenden Kapitel erörtert werden. Imnachfolgenden möge noch das Verhältnis zwischen dem spezifischen Gewicht undder entsprechenden Erschwerungsmenge durch einige Zahlen erläutert wer-den, die natürlich keinen absoluten Wert besitzen, einerseits aber den Ein-fluss der Erschwerung auf die Beschaffenheit der Faser in Bezug auf deren