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Zweiter Band.
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Alizarinfarben.

Alizaringelb u. a., die gegen die im Wasser vorhandenen Kalkbikarbonateund -sulfate ziemlich empfindlich sind, einer noch sorgfältigeren Wasser-korrektur und eines grösseren Essigsäurezusatzes bedürfen. Von den übrigenAlizarinfarben finden Alizaringranat, Alizarinbordeaux, Alizarincyanin, Ali-zarinviolett, Alizaringrün und Alizarinschwarz und von den Anthracenfarbendie blauen, schwarzgrauen, braunen und gelben Nuancen Verwendung. Dieübrigen beizenziehenden Farbstoffe, wie die Chromfarben, dann Diamant-gelb, Galloflavin und Gallocyanin, besitzen auf Seide nicht die Echtheit derAlizarine und finden im Gegensatz zum Coerulein und Gallein seltener Ver-wendung. Der Färbeprozess wird folgendermafsen gehandhabt. Man gehtin das Bad kalt ein und steigert unter fleissigem, aber behutsamen Um-rühren die Temperatur während der ersten Stunde auf 50°, dann währendder folgenden halben bis dreiviertel Stunde bis zur Nähe des Siedepunktes,ohne jedoch die Flotte aufwallen zu lassen, und behandelt die Seide dannnoch etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde bei 95—98°, so dass man sieim ganzen etwa 2—2 1 / 2 Stunden im Bade verweilen lässt. Das Nuancierender Alizarinfarben im Bade selbst bietet einige Schwierigkeiten, da Un-egalitäten leicht Vorkommen, doch lässt sich diesem Übelstande durch Ab-schrecken der Flotte auf etwa 60° begegnen. Da die Bäder nicht ausziehen,so werden sie noch zu weiteren Färbungen, d. h. kontinuierlich benutzt,doch ist es notwendig, die vorhandene Säuremenge stets nach dem Farbstoffzu bemessen und das Bad vor jedem Färben durch Zugabe von etwa */sBastseife auf 50° abzukühlen. Mit Chlorzinn oder Finksalz erschwerteSeide lässt sich mit Alizarinfarben nur in dunkeln Nuancen färben, da inhelleren ein Streifigwerden schwer zu vermeiden ist. Auch thut man gut,in diesem Falle nicht Chrombeizen allein, sondern eine entsprechende Mi-schung von Thonerde- und Chrombeizen anzuwenden, da die letzteren denGriff der gepinkten Seide stark beeinträchtigen. Die hellen Nuancenwerden, namentlich bei Chrombeize, auf gepinkter Seide nicht nur wasch-und lichtunecht, sondern sogar lichtempfindlich, so dass auch aus diesemGrunde die Anwendung der Zinnerschwerung für helle Farben ausgeschlossenbleibt. Statt der Bastseife kann man auch frische Seife anwenden, dochmuss dann die Flotte absolut weich sein und neutral reagieren. In diesemFalle ist zwar ein viel grösseres Farbstoffquantum erforderlich, das Verfahrenbietet aber bezüglich der Egalität und beim Nuancieren grosse Vorteile.Zinnhaltige Seifenflüssigkeiten und von dem Entbasten gepinkter Ecrus her-rührende Bastseifenbäder sind zum Färben nicht anwendbar. Es bedarfkeiner besonderen Erörterung, dass man auch die natürlichen Farbstoffe,wie Katechubraun, Gelbholz, Quercitron etc. als Grund verwenden oder auchin einem Bade mit Alizarinen mit ökonomischem Vorteil kombinieren kann,ohne etwaige geringere Licht- und Luftechtheit befürchten zu müssen. Nachdem Färben wird die Seide in kalkfreiem Wasser gewaschen und in einemfetten Seifeubade ca. eine halbe Stunde lang kochend geschönt, gewaschen