Halbseident'ärberei. Couleuren.
339
Baumwolle stärker anfärben als Seide, und schliesslich solche, die beideFasern in annähernd gleicher Tonstärke tingieren und ein nachträglichesÜberfärben entbehrlich machen. Zu den Farbstoffen der ersten Gruppezählen: Diaminorange, Diaminechtgelb, Diamihreinblau, Diaminblau 3 B,Diaminviolett und verschiedene Marken von Diaminschwarz und Diamin-blauschwarz (bei verdünnten Bädern). Zu der zweiten Gruppe gehören:Diaminbronce, Diaminbraun M, Diaminviolett, verschiedene Marken vonDiaminblau, Diaminschwarz und Diamiublauscliwarz, und zu der drittenGruppe: Diaminscharlach, Diaminechtrot, Thioflavin S, Diamingrün, Diamin-schwarz HW und Diamintiefschwarz 00. Das Auffärbeu der Diaminfarb-stoffe erfolgt gewöhnlich in schwach alkalischem Bade, das pro 1 10 gGlaubersalz, 2 g phosphorsaures Natron und 1 g Seife enthält, welchesVerhältnis jedoch je nach der Tontiefe und der Qualität der Ware geändertwerden kann. Die Menge des Glaubersalzes lässt sich bei hellen Nuancenvermindern, und /.war in einzelnen Fällen bis auf 2 g pro 1. Wo es daraufaukommt die Seide möglichst wenig anzufärben, wie bei den Changeants,empfiehlt es sich, den Satz von Seife und Phosphat zu erhöhen und dieTemperatur nicht über 90° steigen zu lassen. Die Siedehitze ist ebenfallszu vermeiden, wenn einfarbige Nuancen mit Hilfe der Farbstoffe der drittenGruppe hergestellt werden sollen; in einzelnen Fällen ist es sogar ratsam,das Färbebad auf nicht mehr als 70—80° zu erhitzen. Für gewöhnlichesatte und dunkle Färbungen wird jedoch bei 60—70° eingegangen, binnen1 l i Stunde zum Sieden gebracht, 1 j i Stunde gekocht und binnen einerStunde auf 50° abgekühlt. Da bei dunklen Färbungen das Färbebad nichtvollständig, sondern nur zu ä / 3 bis s / 4 erschöpft wird, so ist es stets an-gebracht, dieses so kurz als möglich zu gestalten und nach Gebrauch fürweitere Partien aufzubewaliren. Der Zusatz von Glaubersalz und phosphor-saurem Natron reduziert sich dann auf etwa ein Zehntel, der von Seife aufdie Hälfte des Quantums, mit welchem das Bad vorher bestellt worden ist.
Das Nachfärben und Nuancieren der einfarbigen Ware erfolgt infrischen), 50 — 60° warmem Bade, dem 5°/ 0 Essigsäure 7° Be zugesetztwerden und zwar sowohl für basische als für saure Farbstoffe; dieselben könnenauch zusammen in einem Bade verwendet werden, wobei, wie bekannt, dieersteren ziemlich gleiclimässig auf beide Fasern aufgehen, während sich mitden letzteren die Seide allein nach Bedarf nuancieren lässt. Von den ba-sischen Farbstoffen sind für diesen Zweck folgende zu empfehlen: Indazin,Metaphenylenblau, Neumethylenblau, Methyl violett, Anilingrau, Safranin,Diamantfuchsin, Chrysoidin, Neuphosphin, Phosphin II, Thioflavin T, Mau-chesterbraun, Solidgrün. Von den sauren liefern folgende gute Resultate:Echtblau 6 G , Reinblau, Methylblau für Seide, Formylviolett, Säure violett5 BN, Siiuregrün, Azoflavin, Orange extra, Tropaeolin OO, Walkrot B,Naphtylaminschwarz D.
Es ist selbstverständlich, dass auch die übrigen substantiven Farbensich in Gemeinschaft mit Diaminfarben färben lassen, auch kann bei der
22 *