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L. M. v. K neue Fabeln / [Ludwig Meyer von Knonau]
Entstehung
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Geschichte

selbst lernet, nicht viel mehrers als ein Schmetter-ling, der in der Sonne flieget, um sich her entdeket.

Die Welt, erklärte sich neulich ein philoso-phischer Kopf, bedeutet ungefähr die Art zu denkenund zu leben, die unter allen denen üblich ist, die ineinem Reiche Leute von Stand oder Rang, Oensäe hualite, konnete? Oens, genennt werden.Sie ist die Schule, in welcher man von dem gan-zen Umfang derjenigen Pflichten unterwiesen wird,welche die Ehre gebietet; aber nicht die Ehre die vonder Tugend unzertrennlich ist, sondern die ein Ge-spenst der Tugend und eine Larve der Freiheit ist.Sie besteht darinnen, daß man sich durch allerleyäußerliche Handlungen, die einen Schein der Tu-gend oder der Freiheit haben, in Ansehen sezet, undsich dadurch einen Vorzug vor seinesgleichen er-wirbt. Die Eitelkeit ist die wahre Springfeder derHandlungen dieser Leute, und alles, was sie unterden Wörtern nodlelle, ti-anckite, polirelle,düenleance, t^Lvoir vivre versteht, löset sich inDunst und Eitelkeit auf. Diese vermeinten Voll-kommenheiten zu besizen,wird weder Verstand, nochTugend, noch Gelahrtheit, oder irgend ein wahresVerdienst erfodert; es kömmt alles nur darauf an,daß man durch gewisse äußerliche Zeichen» Geben-den, Redensarten, Manieren, durch eine gewisseWendung die man seinen Handlungen giebt, in denLeuten die Meinung erweke, als ob wir grosse Vor-züge und Vollkommenheiten besizen. Man begiebt