der Richterin einen jugendlichen und leidenden Aus-druck gaben. Die nicht enden wollende Freude Palmasermüdete endlich die Richterin. „Geh schlafen, Kind,"sagte sie, „es dunkelt."
„Schlafen? Wer könnte das, bis Wulfrin ruft?'-
„So wirf dich wie du bist auf das Polster. Wasgilt's, ich finde dich schlummern? Zu Bette, Hühn-chen! husch! husch!" und sie klatschte in die Hände.
Palma flog die Stiege hinauf und die Richterinwendete sich zu Rudio ihrem Kastellan, der schon eineWeile ruhig harrend vor ihr stand. „Was meldestdu?" fragte sie.
„Eine Albernheit, Herrin. Ich sah die Thür zuunserm Kerker sperrangelweit offen. Freilich hatte ichsie nicht verriegelt, da gerade niemand sitzt. Ich steigehinab und auf dem Stroh liegt ein Geschöpf, das ichin der letzten Helle mir -nur mühsam enträthsle. Eswar die Faustine, welche, wie du dich erinnerst, mitdeiner Erlaubniß ihr Kind die Brunetta einem Lom-barden, einem leidlichen Manne, den du auf mein Für-wort unter deinem Gesinde duldetest, zum Weibe ge-geben hat. Jetzt da das fremde Volk wandert, hatauch ihr Kiud sein Bündel geschnürt und das muß sie