ist über dich gekommen? Dich verwirrt der Schmerz,daß du dich von deinem Kinde trennen mußtest. Willstdu ihr folgen? Noch ist es Zeit. Ich gebe dich frei.Du bist nicht länger meine Eigene. Der Kaiser wirdden Lombarden feste Sitze weisen und du behältst deineBrunetta."
Faustine schüttelte das Haupt. „Das fehlte noch,"sagte sie, „daß ich mich an die Sohlen der Brunettaheftete und auch ihr zum Fluche würde! RichterinStemma, nimm mir das ab!" Sie wies auf ihrenKopf. „Du weißt ja wohl und langeher, daß ichmeinen Mann ermordete."
Mit ruhigem Blicke prüfte Stemma das grellbe-leuchtete knochige Gesicht der gleichaltrigen Räterin.Dann ließ sie sich auf eine Treppenstufe nieder undFaustine kroch zu ihren Knieen, ohne diese zu berühren.Ihre Augen waren gesund. „Herrin," sagte sie, „duweißt alles und wenn du mich ein Jahrzehnt undlänger gnädig verschont und meine Missethat bedeckthast, so war es, weil du nicht wolltest, daß die Bru-netta, der unschuldige Wurm, zu Schanden komme. Ichdurfte sie aufziehen und diese Gunst hast du mir er-wiesen, weil ich dein Gespiel gewesen bin. Jetzt aber