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Die Richterin : Novelle / von Conrad Ferdinand Meyer
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da die Brunetta einem Manne folgt, ist kein Grundlänger zu trödeln und zu tändeln. Laß uns die Sacheins reine bringen. Gieb mir mein Urtheil!"

Die Richterin erkannte aus der ganzen GebendeFaustinens, daß diese bei Sinnen sei, und so sehr siedas schlimme Geständniß überraschte, so wenig gab sieden furchtbaren Ruf ihrer Allwissenheit preis.LegeBekenntniß ab," sagte sie streng.Das ist der An-fang der Reue." Und Faustine begann:Kurz ist dieGeschichte. Der Schütze Stenio umwarb mich"

Den der Eber, welchen er gefehlt hatte, schleifteund zerriß"

Jener. Hernach gab mich der Index seinem Rei-sigen Lupulus zur Ehe. Ich bequemte mich und doch" sie hielt inne, um das reine Ohr Stemmas nichtzu beleidigen. Die Richterin half ihr und sagte ernstund traurig:Und doch wärest du das Weib desTodten."

Faustine nickte.Dann, vor dem Altar, plötzlich,zn meinem Entsetzen"

Fühltest du, daß du dem Todten gehörtest, duund ein Ungebornes," half ihr die Richterin.

Wieder nickte Faustine.Das ist alles, Herrin,"