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ich einer Sünderin? Blicke ich wie eine Leidenschaft-liche und Leichtfertige? Bin ich nicht die Zucht unddie Tugend? Und so war ich immer. Du hast michnicht berührt, kaum daß du mir mit furchtsamen Küssenden Mund streiftest. Wo hättest du auch deu Muthhergenommen?"
Da gerieth der Schatten in Unruhe. „O ihr Ge-waltthätigen beide, der Vater und du! Er hat michgeraubt und erwürgt, du, Stemma, locktest mit demBlutstropfen! Gieb den Finger, da sitzt das Närb-chen!"
Stemma hob die Achseln. „Es war einmal,"höhnte sie.
Da wiegte Peregrinus, der sich gleich wieder be-sänftigte, die Locken und sang mit gedämpfter Stimme:
„Es war einmal, es war einmalEin Fürst mit seinem Kinde,
Es war einmal ein junger PfaffIn ihrem Burggesinde.
Am Mahle saßen alle Drei,
Da riefen den Herrn die Leute:
„Herr Judex, auf! Zu Roh! Zu Roß!
Im Thal zieht eine Beute!"