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Ueber den Ursprung der Feuerkugeln und des Nordlichts / von Jul. Ludw. Ideler
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und setzt Flocken einer wahrhaft thierischen Materieab. Die Beobachtung, dafs die Ernte auf den feuch-ten Reisfeldern Toskanas alljährlich endemische Krank-heiten hervorbrachte, veranlafste Moscati 1 ), die Na-tur der aus den sumpfigen Reisfeldern aufsteigendenDünste zu untersuchen, und er hing deshalb in einigerEntfernung vom Boden mit Eis gefüllte Glaskugeln auf,an denen sich die Dünste zu Reif verdichteten, wel-cher gesammelt und geschmolzen wurde. Die Flüssig-keit war ganz klar; in Kurzem aber füllte sie sich mitFlocken an, welche bei der Untersuchung ganz dieNatur einer thierischen Substanz zeigten; nachher gingdie Flüssigkeit in Fäulnifs über. Denselben Erfolg er-hielt Moscati, als er die Kugeln in Hospitälern überKranken aufhing. Aus der in der Atmosphäre durchVerwesung der Pflanzen aufgeiiäuften Masse von Ve-getationsstoff läfst sich mit Reinwardt 2 ) nicht nurdie unendliche Fruchtbarkeit und Ueppigkeit der Ve-getation auf Java , sondern auch das mörderische Klimavon Batavia und dem ganzen umliegenden Küstenstricheerklären. Die organische Beimischung des Meteorwas-sers, welche schon Markgraf bei seiner chemischenAnalyse des Regenwassers bemerkte 3 ), besteht in ei-nem eigentümlichen Principe, welches durch salpeter-saures Silber der Einwirkung des Lichtes ausgesetzt,roth gefärbt wird und von seinem Entdecker Zimmer-mann 4 ) Pyrrhin genannt wurde. Gleichzeitig mit

1) Schweiggers Journal. Bd. V. S. 323.

2) Ueber die Vegetation anf den Inseln des indischen Archipe-lagus. Berlin 1828. S. 17.

3) Er fand einen Rückstand, welcher beim Verbrennen zerstörtund schwarz wurde.

4) Kästners Archiv. Bd. I. S. 257 folg.