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Schrecknisse seit ihrer Austrocknung, die vielen Tau-senden von Menschen das Leben gekostet, verloren.Rigaud de Lisle 1 ) condensirte das verdunsteteSumpfwasser und übergab es Yaucquelin zur Ana-lyse, aus der sich ergab, dafs es eine Quantität einesorganischen Stoffes enthielt, der sich im Ruhezuständein Flocken absonderte, ferner Ammoniak, kohlensauresNatron und Chlornatrium; de Lisle fügt hinzu, dafses kein Gas, aufser atmosphärischer Luft, enthielt, dafsunter den organischen Stoffen sich mehr vegetable alsanimalische Bestandteile vorfanden.- Es geht daraushervor, dafs bei der Verdunstung eine Quantität pon-derabler Stoffe, von gröfserem specifischen Gewichte,als der Dunst und die atmosphärische Luft, mit in denLuftkreis emporgehoben werden. Ob diese mechani-sche Entstehung sich auch auf die übrigen oben er-wähnten Substanzen ausdehnen lassen, "wollen wir fürden Augenblick unerörtert lassen, um darauf im viertenAbschnitte zuriickzukömmen. Diese Stoffe, namentlichdie schwereren, welche nicht weit in die Höhe steigenkönnen, scheinen die Miasmen zu bedingen. Auf denkanarischen Inseln war, wie Leop. v. Buch 2 ) erzählt,in 400 Fufs Höhe über dem Meeresniveau jeder vorAnsteckung sicher. Ob diese Höhe sich überall gleichbleibe, oder, ob sie mit den Temperaturen wechsele:diese Frage entscheiden zu können, fehlt es noch anBeobachtungen. Lancerote, die niedrigste sämmtlicherkanarischen Inseln, ist nach Leop. v. Buch 3 ) vonaller Ansteckung frei geblieben; es scheint, als ob die
1) Bibliotheque universelle. II. p. 18.
2) Physikalische Beschreibung der kanarischen Inseln. S. 35.
3) A. a. O. S. 34.