Band 
Zweiter Theil.
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Das Drahtwerk hat neuerlich einige Verbesserung erhalten.Früher geschah das Ziehen des Drahtes auch bei feineren Sor-ten mittelst Zangen, welche plattgedrückte und rauhe Stellendurch das Anfassen '(den Zangenbiß) verursachten. Jetzt wirddas Drahteisen, welches unter einem kleinen Schwanzhammerrundlich ausgereckt ist, von einer großen Zange (Rumpel) durchein mit runden Löchern versehenes Zieheisen nur zu dem stärk-sten Drahte gezogen. Die übrigen Drahtsorten von etwaZoll Dicke bis zur Feine des Saitendrahtes, werden dagegenmittelst Rollen bereitet. An diesen Rollen (Leiern) ist eine kleineZange durch eine kurze Kette befestiget; diese Zange faßt die indie Oeffnung des Zieheisens gesteckte Drahtspitze, zieht diese, in-dem durch die nun in Gang gebrachte drehende Bewegung derRolle sich die Kette sammt der Zange aufwickelt, stets mit sichfort, bis das in Arbeit genommene Drahtende durch die rundeOeffnung im Zieheisen gezogen ist. Das Drahtende wird nunabermals spitzer gehämmert oder bei dünneren Sorten gefeilt,durch ein kleineres Loch des Zieheisens gesteckt und durchgezogenund dieß so lange wiederholt, bis die verlangte Dicke erreicht ist.

Weil durch sorgfältiges Glühen das Drahteisen oder derschon gezogene Draht zur weiter» Verarbeitung gut vorbereitetist, so reißt der Draht während der Verfeinerung selten und manerhält deßhalb vorzüglich gutes Fabrikat in bedeutenden Längen.So wog z. B. ein Stück Draht von 5100 Fuß Länge nichtvoll 5 Pfund.

Um das Belegen des Drahts mit Glühspan zu verhüten,glüht man ihn in einem eisernen Cylinder, der mit Holz geheiztwird und mit einem eisernen Deckel verschlossen werden kann,wodurch also der in den Cylinder gepackte Draht, 7 bis 8 Ctr.,gegen den Zutritt der Luft geschützt wird.

Zur Anfertigung der bis jetzt in den Handel gekommenen36 verschiedenen Drahtsorten, von denen die feinste mit der höch-sten Nummer bezeichnet ist, sind 7 Leiern und eine Zange vor-handen und dabei neun Drahtzieher beschäftigt, die wöchentlich6 bis 12 Ctr. Draht liefern können, je nachdem mehr dickereoder feinere Sorten verlangt werden.