Zn Lsreto bei Lugano , zu Taverne, zu GiubiaSro versam-melten sich einige Angesehene, und erließe» eine Einladung audie Gemeinden, Aufgeschossene zu senden, um dem schlechtenGang der Dinge zu begegnen. Es bildete sich in Giubiasco eine starke Versammlung, welche sich Cantoual-Congressnannte; der Kleine Rath tritt ab, und an seine Stelle wirdeine Regierung (rez§eli 2 a) gesetzt (30. August). Man arbeitetan einer neuen Verfassung, fordert die fehlenden Kreise, undbesonders die Livinens auf, ihre Vertreter zu senden, und schicktan die Tagsatzung eine Gesandtschaft. Nach einigen Tagen kamOberst Ludwig von Sonnenberg als eidgenössischer Com-missair an. Als er die Rege»; aufforderte, sich aufzulösen,legte sie ohne Schwierigkeiten ihr Amt nieder, und der KleineRath trat seine Verrichtungen wieder an (12. September).Bis dahin waren die Sachen ruhig bor sich gegangen. Alsaber Sonnenberg, nach'Empfang einiger wenigen schweizerische»Mannschaft, drey Mitglieder der Negenz eingekerkert hatte,wurde die Menge aufgeregt, und die Gefangenen mussten freige-lassen werden (13. Sept.). Der nur kurz vorher wieder einge-setzte Kleine Rath zog sich nach Rovoredo, dann nach Soazza im Misorer-Thal zurück (Ist. und 13. September). Die bewaff-nete Menge zog in Bellinzona ein; und Sonnenberg, der An-ordnungen getroffen hatte, um sich im größer» Schloss zu der-theidigen, wurde von einem Theil seiner erschrockene» Soldatenverlassen, und gefangen genommen. Am Ende verglich mansich mit den Ausgestandenen, Sonnenberg wurde losgelassen,und der Kleine Rath kehrte in den Hanptort zurück (17. Sept.).Durch das ganze Luganesische gahrt das Volk; im Kreise Pre-gassona werde» Unordnungen begangen, man zerstört die Fisch-wehre zn Aguo, fällt auf Lugano , welches von diesem neuenAufstande nichts wissen will; es entsteht eine Rauferei, und i»den Straßen fliesst Tessiner -Blut. Die eidgenössische Mann-schaft lief zn den Schiffen und nahm feig die Flucht, so dasssie znr Vertheidigung der öffentlichen Ordnung und Sicherheitkeine Dienste leistete. Mitten unter diesen großen Unordnungenbegab sich eine Schaar zu öffentlichen Arbeiten und zur Ketten-sirafe im Cantonal-Gefängnisse Verurtheilter, nach Ermordungzweier Wächter, auf sichere Flucht über die Berge und i» dieWälder. Der unkluge Sonnenberg wurde abberufen, undstatt seiner Herr von Salis-Sils gesandt, einer der ersten Ma-gistratspersonen Bün-dkens und ein Mann von weisen und ge-mäßigten Rathschläge». Er rüste sogleich »ach Bellinzona eins Zu-sammenkunft von zwei Abgeordneten aus jedem Kreise, um dieWünsche und Bedürfnisse vorzulegen nnd eine Verfassung vorzu-bereiten. Als die Geschäfte schon einem guten Ende nahten,traf es den Salis, der gnt und redlich zu Werke gieng, seineStelle an den Staatsrath Hirzel von Zürich abzutreten. Dieser,als mau sich in der Versammlung über die unheilvolle Fragestritt, trat mit Bewaffnete» ein, und löste sie unter übelmBenehmen auf (st. Oktober). Der große Rath wurde versam-melt ; die Regierung erstattete ihm Bericht über Alles wasvorgefallen war, und machte zugleich 'Vorschläge, welche aufdas Vergessen des Geschehenen nnd auf gute Vereinbarungzielten. Allein der Große Rath nahm das Gutachten einer
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Buch
18 (1835) Der Kanton Tessin, historisch, geographisch, statistisch geschildert ... : ein Hand- und Hausbuch für Cantonsbürger und Reisende / von Stefano Franscini ; nach der italienischen Handschrift von G. Hagnauer
Entstehung
Seite
44
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