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18 (1835) Der Kanton Tessin, historisch, geographisch, statistisch geschildert ... : ein Hand- und Hausbuch für Cantonsbürger und Reisende / von Stefano Franscini ; nach der italienischen Handschrift von G. Hagnauer
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Monatsgeldern, und so kann er sich nur dann decken, wenn«r in semer Schule eine übermäßige Anzahl Zöglinge vereinig?,die er dann nicht gehörig unterrichten kaun. Das Mouatsgclvfür die Privat-Elementarschulen bsrrägt hier 15, dort 20, höch-stens 80 Saldi. Das Nämliche ungefähr für die Gemeinde-schulen da, wo nicht Gemeindefonds oder fromme Stiftungensind. Das MonatSgeld in den Collegien betragt für Kost,Licht, Beheizung, Unterricht stO bis Z0 Lire; in eimge» sindHalbpensioueu ;n ZO Liren oder etwas mehr gebräuchlich. DieseKargheit bewirkt hinsichtlich der Lehrer, dass sie der Mittelzur eignen Geistesbildung und zur bessern Förderung der Bil-dung ihrer Zöglinge ermangeln; hinsichtlich der Anstalten, dasssie unvermögend sind, theils die Lehrer gehörig zu besolden,theils sich mir Büchern und andern Hülfsmitteln zum Nutzender Lehrer wie der Schüler zu versehen.

Schnlzimmer. Den Gemeinden fehle» fast durchgängigbesondre Säle für die Schule. Das Ha»S des Pfarrers oderdas des Caplans muss, paffe es oder nicht, dazu dienen. Wirhaben in einigen großen Gemeinden des Cantons ein Zimmervon nicht einmal mittlerer Größe zum Schulgebrauche bestimmt,und daher nothwendig eine große Anzahl Kinder ausgeschlossengesehen, eine geringere Mühe für den Capla», allein für dasVolk und hauptsächlich für die nicht wohlhabende» Familienzuverlässiger Schaden. Wir haben in manchen andern vierzigoder fünfzig Schüler gesehen, von denen nur acht oder zehn umeine große Tafel Raum fanden, nm zu schreiben nnd zu rech-nen, während die andern warteten, dass das Jahr zu Endegienge und die ersten diesen Platz räumten. Viele ferner habenwir gesehen, in welchen den Schülern zur unsäglichen Hemmungihrer Fortschritte jede Art Zerstreuung dargeboten war. DieCollegien, mit welchen Verpflegung der Zöglinge verbunden ist,haben gute und anständige Locale.

Schulfonds. Der Grund so großer Kargheit muss inder schlechten Gemeindeverwaltung nnd in dem fast allgemeinenMangel an besonders für die Schulen bestimmten Fonds gesuchtwerden. Die Gemeinden sind gewöhnlich verschuldet; nnd dieEinkünfte gehe» beynahe ganz theils im Verzinsen theils imAbzahlen der Schulden auf. Sind keine Schulden da, so willrnan'den Ertrag der Einnahmen »nrec die Ortsbürger ver-theilen. Bey diesem Verfahren oder eher bey dieser Unord-nung werden wir nie unsern Cauton mit guten Gemeindeschnlenausgestattet sehen. Auch der Mangel an Thätigkeit bey de»Cantonalbehörden im Beaussichten der Verwaltung der fromme»Oertec und der Vermächtnisse und der Verwendung des Ertragsderselben hat viele heilsame Stiftungen heruntergebracht. Vomverflossene» Jahrhundert her wurde durch die Aufhebung derklösterlichen Gemeinschaften in der Lombardey, welche in derLandvogtey Mendristo Güter besaßen, jeder Gemeinde dersel-be» ei» kleines Capital von Lir. 800 zugetheilt, damit der Er-trag desselben für die Gemeindeschnle verwendet würde; diesesmachte, dass sie in diesem Distcict weniger übel als in den amdern stund; allein dort haben sich ebenfalls i» mehr als einerGemeinde wesentliche Mifsbräuche eingeschlichen.