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18 (1835) Der Kanton Tessin, historisch, geographisch, statistisch geschildert ... : ein Hand- und Hausbuch für Cantonsbürger und Reisende / von Stefano Franscini ; nach der italienischen Handschrift von G. Hagnauer
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Dauer des Schuljahrs. In den Collegien und Se-minarien beginnen die Studien mit den erste» Tagen Novem-bers , »nd gehen an den einen Orten Mitte July's, an andernin der zweyten Halft« Augusts zu Ende. In den Städten giebres Gemeinde - und Privatschulen, welche das ganze oder fastdas ganze Jahr hindurch offen sind. In den Dörfern pflegtdas Schuljahr sehr kurz zu seyn: an einigen Orte» fünf, aneinige» andern sechs Monate höchstens; und es gewinnt auchwohl eine sträfliche Trägheit einen Monat durch spätern Anfang»der frühern Schluß. Man fuge die vielfältigen Festtage hinzu,die Neigung Vieler, jeden schönen Tag zu benutzen, um dieKinder der Schule zu entziehen.

Das Reglement setzt fest, dass die Schule nicht wenigerals sechs Monate gehalten werden solle; als ob man dann einenübertriebenen Eifer fürchrere, untersagt es deren Verlängerungüber zehn Monate.

^hauptsächliche Lehranstalten. Der Canton hat meh-rere Anstalten, denen es nicht an Vermögen mangelt. Eineverständigere Benutzung desselben und einige Unterstützungen vonSeite des Staats, vereint mit-einem mindcrgeringen Pensions-preis, würden sie in Stand setzen, bedeutende Verbesserungeneinzuführen. Und eine mäßige Erhöhung des Pensionspreisessoll niemanden erschrecken, indem die Kosten immer noch gerin-ger seyn werden als d:e, welche heutzutage so viele Hausvärertreffen, die ihre Söhne in öffentlichen und Privat-Anstaltender Lombardey und jenseit der Alpen unterbringen. Unterdessenist zu bedauern, dass durch Nichtbeachtung des'Reglements sich»och keine Uebereinstimmung in den Büchern und Lehrgängenunsrer verschiedenen Anstalten findet, was jedem, der von dereinen in die andre tritt, sehr nachtheilig ist. Es erscheint eben-falls unangemessen, dass, wahrend man erklärt, es fehle dariua» Mitteln, um Verbesserungen einzuführen, man kein Be-denken trägt, mehrmals im Jahr einer großen Anzahl Einge-ladener köstliche Mahlzeiten zu geben. Auch jener Brauch kann»ichc gebilligt werde», welcher in einem unserer Collegien ein-geführt ist, von den Zöglingen jedes Jahr einen kleine» Gcld-beycrag zu verlangen, um tue Kosten eines lächerlichen Feuer-werks zu decken; wurde der Ertrag dieser Art Steuer zumAnkauf guter Bücher verwendet, so hätte dieses Collegmm seinebäiidereiche Bnchcrsammlniig zum Nutzen der Lehrernd derSchüler, es härte Maschinen und andre Hülfsmittel für diePhysik lind Geographie. Im Allgemeinen tadeln wir an unser»Anstalten ei» Wesen, das außerordentlich viel Pom klösterlichenbat: sehr oft wird darin die Knndschafrerey von Zögling gegenZögling gehegt; maii hält für unmöglich, die Zucht ohne An-wendung der sogenannten Fpocole (Horchlöchcr) zu erhalten,Und so bilden sich die Gemüther zur Verstellung und Heuchelei);selten lind kurz sind die Spatziergänge, und a»S dem Mangelv» Bewegung gehen tausend leibliche und sittliche Uebelstandshervor. -

Mendrisio . Colleg inm de r Servi len - Mönche.Ehemals lag dem Kloster nur eine Schule für Lesen, Schrei-ben und Rech neii ob. Seck <78Z wurde diese Verpflichtung