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Littrow. Wunder des Himmels oder gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems / J. J. von Littrow ; nach den neuesten Fortschritten der Wissenschaft bearbeitet von Edmund Weiss
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®er SWonb.

2. ?(bt. Kap. XI.

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die Erde zur Sonne steht. So wie gewisse Gegenden der Erde nm die Polehermn in gewissen Zeiten des Jahres ununterbrochen von der Sonne beschienenwerden, ebenso sehen wir gewisse Gegenden des Blondes rings um seine Polein gewissen Zeiten des Monats immerfort. Also auch am nördlichen und süd-lichen Rande der Mondscheibe werden uns zuweilen Gegenden sichtbar, dieeigentlich der von uns abgekehrten Seite des Mondes angehören. Da er dem-nach sowohl um seine Polar- als Aequatorial-Achse zu schwanken scheint, sonannte man diese den Anblick des Mondes teilweise ändernden ErscheinungenLibrationen. Diese Vibrationen bilden eine von den vielen Schwierig-keiten, welche sich der Bemühung, den Mond abzubilden, entgegenstellen, undmachen es im Verein mit anderen Umstanden notwendig, das; Derjenige, wel-cher eine solche Abbildung unternimmt, nicht blos; ein geübter Zeichner undsorgfältiger Beobachter sei, sondern auch weitläufige Rechnungen nicht scheue.In der neueren Zeit hat die Photographie, besonders in der Hand von Dela Rue, Rutherford, Drap er u. a. einen neuen, viel versprechenden Wegfür die Darstellung des Mondes eröffnet, einstweilen aber nur so zu sagenlandschaftlich Ausgezeichnetes geliefert. Die außerordentlich verschiedene Hellig-keit der einzelnen Teile des Mondes tvird dieser Art von Aufnahme immergroße Schn'icrigkciten bereiten, da jeder dieser Theile eine andere Erpositions-daner fordert. De la Rne hat übrigens in sehr scharfsinniger Weise die durchVibration hervorgerufene Aerrückung der Mondoberfläche für stercoskopischeDarstellung dieses Himmelskörpers benützt. Die auffallende Erscheinung, das;in solchen Darstellungen der Mond sich nicht als Kngel, sondern in der Formeines mit seiner Spitze uns zugekehrten Eies zeigt, nahm Gnssew für eineBestätigung der oben (§ 116) erwähnten Untersuchung Hansen's.

Eine Generalkarte des Mondes kann aber eben wegen der Librationennur den zwischen den Grenzen jener Librationen in der Mitte liegenden Anblickdes Mondes darstellen. Es wird also auch das in geographischer Weise überden Blond gelegte Gradnetz in der Wirklichkeit nicht immer mit einer gewissenLänge und Breite auf denselben Punkt der Scheibe fallen wie auf der Karte,und man wird, um sich mittels dieses Gradnetzes auf der Karte zu orientiren,auf die jedesmalige Verschiebung durch Libration Rücksicht nehmen müssen.

Da übrigens eine genaue Vergleichung des Mondes mit der Karte in derRegel durch ein Fernrohr mit einem sogenannten astronomischen, die Gegenständeumgekehrt zeigenden Oknlare vorgenommen wird, so stellen die Karte» denMond schon in dieser verkehrten Lage dar; für die Betrachtung mit freiemAuge oder mit einem terrestrischen Okulare hat man also unsere Karte umzu-drehen. Die Bezifferung der Flecken beginnt in jedem Quadranten von vornund schreitet zwischen je zehn Graden der selenographischen Breite von linksnach rechts fort.

§ 124. tVerändermiiic» Nils der Mondobcrsiäcke.) Es tvnrde bereits int frühern