§ 124 .
Der Mond.
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Paragraphen erwähnt, daß durch die verschiedene Beleuchtung des Mondes vonSeite der Sonne und die dadurch bedingten Aenderungen int Schattenwurseder einzelnen Gegenstände eine große Mannichfaltigkeit in die Ansicht diesesHiminelskörpers gebracht wird. Dies verleiht einzelnen Landschaften oft be-sondere Reize, so daß sich selbst Schroter an vielen Stellen seines sonsttrockenen und einförmigen Werkes nicht enthalten kann, die Genüsse, welcheihm der Anblick dieser Veränderungen gewährte, mit Begeisterung und ineiner Art von dichterischer Sprache auszudrücken, wie z. B. beim Plato zu derZeit, wo die Sonne eben über ihm aufgeht und anfangs nur die Gipfel derhöchsten Gebirge vergoldet, während der Fuß derselben noch unsichtbar unddie ganze innere Fläche des Ringgebirges mit finsterer Nacht bedeckt ist.Wenn dann allmählich die Sonne höher steigt, tritt immer mehr von dem dasGanze umfassenden hohen Wallgcbirge hervor, die dunkle Farbe der innerenEbene geht durch mannichfaltige Abstufungen in immer helleres Grau über, bisendlich auch sie im hellen Lichte auf der der Sonne entgegengesetzten Seite desWalles glänzt, während auf der andern Seite die hohen Randgebirge nochihre schwarzen Schatten auf diese Ebene werfen; zuletzt verschivindcn auch diese,wenn die Sonne senkrecht über dem ganzen Fleck steht. So schnell gehendiese Veränderungen, ungeachtet die ganze Periode derselben gleich dem syno-dischen Monate von 29*/ 2 Tagen ist, an manchen Stellen des Mondes vorsich, daß besonders in der Nähe der Lichtgrenze zuweilen schon einige Stundenhinreiche», das anfangs gesehene Bild ganz umzugestalten.
Unseren Lesern auch von solchem Detail eine genauere Vorstellung zugeben, diene Tafel V, eine Abbildung des Fleckes EratostheneS <Nr. 12 imvierten Quadranten unserer Moudkartel nahe am ersten Viertel, nach Wiulock'sZeichnung mittels eines Refraktors von 38 Centimeter Oeffnung.
Außer den so eben geschilderten bloß optischen Veränderungen auf demMonde hat es begreiflicherweise seit der Entdeckung des Fernrohrs nicht au An-strengungen gefehlt, auch wirkliche, nicht bloß scheinbare Veränderungen anihm aufzufinden. So verwendeten unter anderen Schröter und Gruithuisensehr viel Zeit und Mühe hierauf, und es wollte auch namentlich der letztereauf dem Monde ganz entschieden Aenderungen wahrgenommen, ja sogar deut-liche Spuren von Bewohnern aufgefunden habe». Die diesbezüglichen Beob-achtungen erwiesen sich aber sehr bald als Täuschungen; übrigens fehlte damalsbei dem Mangel hinreichend guter und detaillirter Mondkarten noch jede ent-sprechende Grundlage zu einer sicheren Entscheidung der Frage nach Verände-rungen aus dem Monde. In dieser Hinsicht nun sind wir seit dem Erscheinender Geueralkarten des Mondes von Lohrmann, Mädler und Schmidt,und seitdem wir eine ziemlich große Zahl von genauen Detailzeichuuugen ver-schiedener Mondlandschaften besitzen, in einer günstigeren Lage als unsere Vor-gänger; aber die Zeit, die uns von diesen ersten genauen Arbeiten trennt, ist noch