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Littrow. Wunder des Himmels oder gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems / J. J. von Littrow ; nach den neuesten Fortschritten der Wissenschaft bearbeitet von Edmund Weiss
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Kometen.

2. Abt. Kap. XIII.

mit den Schicksalen der Menschen nichts gemein haben. Aber diese Aenße-rungen, so bescheiden und furchtsam sie auch vorgetragen wurden, hatten dochdas Schicksal, selbst unter den ersten Gelehrten jener Zeit Gegner zu findenund allgemein für unrichtig, wohl auch für irreligiös verschrien zu werden.Milichius, einer der angesehensten Schriftsteller des sechzehnten Jahrhunderts,war einer der Vorkämpfer in der Verteidigung der alten Meinung von denKometen, und nachdem er seine Gegner durch sehr triftige Gründe, wie erglaubte, widerlegt hatte, stellte er selbst die Behauptung auf, daß die Kometeneine Art von Zwittergattung unter den Weltkörpern wären, indem sie aus denKonjunktionen der Planeten unter sich oder aus den Sonnen- und Mond-finsternissen entstehen. Auf diese Weise galt ihm der gegenwärtige Komet fürein Produkt der Konjunktion des Saturn mit Mars und Merkur im Stern-bilde des Stiers. Nicht so dachte der bereits oben erwähnte Lnbicnieius.Zwar betrachtete er die Kometen nicht aus einem eigentlichen astronomischenStandpunkte, aber er bemühte sich wenigstens, die Hindernisse wegzuräumen,welche einer solchen Betrachtung bisher im Wege gestanden, und vor allemdein Aberglauben zu steuern, der, so lange er herrschte, keine bessere Erkenntnisaufkommen ließ. So viel er kann, benützt er eifrig jede Gelegenheit, zu zeigen,daß die Erscheinungen der Kometen ebenso oft von freudigen als von traurigenEreignissen begleitet sind, und daß sie daher mit diesen Ereignissen selbst inkeinem weiteren Zusammenhange stehen. Bald fanden sich auch andere Männer,die es wagten, gegen die allgemeine Meinung aufzutreten und den bisher soungerechterweise 'verleumdeten Kometen das Wort zu reden. So sagt der be-kannte Grynäus:Ich kann mich nicht genug über die Kühnheit und Un-wissenheit einiger Menschen verwundern, die sich nicht scheuen, aus der Er-scheinring der Kometen ohne allen Grund Mißwachs oder sonst ein anderesUnglück vorherzusagen." Und Thomas Erastns schrieb in der Mitte deslöten Jahrhunderts die für jene Zeit sehr treffenden Worte:Wollte Gott ,daß die Kriege keine andere Ursache hätten als die durch die Wirkung derKometen aufgereizte Galle der Machthaber. Ein einziger geschickter Arzt könntedann mit einer kleinen Dosis Rhabarber oder Rosensyrup das Glück einesganzen Landes erhalten."

§ 154. (Dritte Ersckeimmg.) Das dritte Mal erschien unser Komet im Jahr1607, wo er gegen Ende Oktober sein Perihel erreichte. Dies war dieZeit, wo Elisabeth in England und Heinrich IV. in Frankreich ihre Völkergroß und glücklich zu machen suchten, und wo Kepler das große Gesetzbuchdes Himmels enthüllte. Die damalige Erscheinting des Kometen hat viel Aehn-liches mit derjenigen, die im Jahre 1835 stattfand. Jin Jahre 1607 trat eram 26. Oktober in sein Perihel, und seine kleinste Entfernung von der Erdewar 38 Millionen Kilometer. Er durchlief den unteren Teil des großen Bären,ging durch die Mitte des Bootes, durchzog dann das Sternbild der Schlange