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Littrow. Wunder des Himmels oder gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems / J. J. von Littrow ; nach den neuesten Fortschritten der Wissenschaft bearbeitet von Edmund Weiss
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§ 154.

siometcn.

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»nd verschwand im Fuße des Bootes. Am Jahre 1885 aber erreichte er seinPerihel um die Mitte Novembers, näherte sich der Erde bis anf 30 MillionenKilometer, durchlief die Sternbilder des großen Bären und des Bootes undverschwand in der Schlange. Die besten Beobachtungen jener Erscheinung von1007 sind von Keßler, Longo montan und von den Engländern Harriot und Torporley. Nach Kepler's Bericht hatte der Komet gegen Ende Sep-tember 1007 noch einen sehr schivacheil und kaum bemerkbaren Schweif, indemder Kopf desselben einem nicht ganz runden Ballen von der Größe Jupitersglich, dessen Licht aber schwach und blaß wie das des Mondes war, wenn erim Halbschatten der Erde steht. Einige Tage später wurde sein Schweif be-merkbarer, doch lvar er abwechselnd kurz und plötzlich «.lieber sehr lang, ähnlichden Streifen in der Luft, die man oft bei der Sonne bemerkt, wenn sie, wieder gemeine Mann sagt, Wasser zieht. Gegen das Ende der Erscheinungwurde der Kopf immer kleiner, und der Schweif verschwand wieder einige Zeitvor dem Kopfe.

Schon einige Jahre vorher hatten Tycho Brahe und Mästli» die Be-hauptung aufgestellt, daß die Kometen nicht Meteore seien, die sich bloß inunserer Atmosphäre erzeugen, sondern daß sie als eigene Himmelskörper be-trachtet werden sollen, die sich in Kreisen um die Sonne bewegen. Diegegenwärtige Erscheinung brachte Keßler anf die Idee, daß die Bahnen derKometen gerade Linien seien. Diese Meinungen sind als die ersten Schrittezur künftigen Theorie, zu einer eigentlichen Bahnbestimmung dieser Himmels-körper, zu betrachten.

Die Erscheinung von 1007 gab auch den Astrologen jener Zeit lviederGelegenheit, ihre Künste zl> üben. Im Anfange der Sichtbarkeit des Kometenwar Jupiter in Opposition und Merkur in Konjunktion mit der Sonne, undain Ende derselben stand Jupiter dem Mars gerade gegenüber am Himmel,Stoff genug, um daraus eine Menge von Borhersagungeu abzuleiten. Amklügsten benahm sich noch Krüger, der, um ganz sicher zu gehen, die Mittel-straße hielt und von Merkur Stürme und Ungewitter, von Jupiter schönesWetter und von Saturn Krankheiten und anderes Unglück ableiten wollte,woraus er den Schluß zog, daß der Komet sagen wolle, es werde Krieg mitFrieden und Gutes mit Bösem abwechseln.

Die oben nach Kepler's Bemerkung angeführte schnelle Verkürzung undVerlängerung des Schweifes wurde schon von Cysatus an dem Kometenvon 1618, von Hevel an den Kometen von 1652 und 1661, in unsern Zeitenvon Schröter an dem Kometen von 1807, von Chladni an dem von 1811u. s. w., überhaupt fast bei allen größeren Kometen bemerkt und rührt wohlvon unserer Atmosphäre her (§ 142). Noch wollen wir erwähnen, daß Gott-fried Wendelin aus der von ihm beobachteten Erscheinung des Jahres 1607diejenige vorauszusagen wagte, welche man in den folgenden Zeiten an ihm

Littrow, Astronomie. 74