§ 17s). Sternschnuppen. G91
prtrallt'lcu Bahnen an nns vorüberzieht. Er gibt »ach den Regeln der Per-spektive zugleich die Lage des Punktes an, von welchem die Gruppe kommt,genau ebenso wie mehrere Reihen von Bäumen, die in parallelen Linien ge-pflanzt sind, sämtlich aus ein und demselben Punkte auszugehen scheinen.Es weist daher alles daraus hin, daß die in solchen Nächten sichtbaren Meteore,zu Tausenden vereint, dieselbe Richtung im Welträume verfolgen und die Sonnegemeinsam in einer Bahn umkreisen, welche an einem bestimmten Punkte dieErdbahn durchschneidet, und das; die Erde bei jedem Durchgänge durch diesenPunkt dem Strome einen Teil seiner Glieder entreißt. Man nannte daher diediesen periodisch wiederkehrenden Sternschnuppenströmen angehörenden Meteoreperiodische oder systematische zum Unterschiede von den anderen Stern-schnuppen, welche man als sporadische bezeichnete. Neuere Untersuchungenhaben jedoch gezeigt, daß in jeder Nacht sich mehrere Radiationseentra nach-weisen lassen, zwischen welche sich die einzelnen Meteore ziemlich gleichmäßigverteilen, ltub daß sie nur infolge dessen für den ersten Anblick regellos amHinnnel herumzufliegen scheinen. Auch diese Verhältnisse sind von J. F. Schmidtam sorgfältigsten untersucht worden. Nach demselben sind im Durchschnittestündlich 3 bis 4 Radiationsecntren thätig; doch läßt sich auch in diesen einejährliche lind tägliche Periode erkennen. In der ersten Hälfte des Jahres sind,der geringeren Menge der Meteore entsprechend, stündlich nur 2 bis 4 Radiantenvorhanden, in der letzten hingegen 4 bis 5. Ebenso sind in den ersten Abend-stunden im Durchschnitte bloß 2 Radianten thätig, in den Morgenstunden abermindestens 4, und es entströmen überdies in den späteren Nachtstunden deneinzelnen Radianten mehr Meteore als in den früheren, und zwar morgensetwa doppelt so viel als abends, woraus sich die erhebliche Zunahme derMetcorfrcquenz mit dem Fortschreiten der Nacht erklärt.
Nach dem eben gesagten gehören daher so gut wie alle Sternschnuppen be-stimmten Mcteorströmcn an, welche aber im allgemeinen viel dünner bevölkertsind als die früher erwähnten periodischen, von denen auf der nördlichen Halb-kugel die bemerkenswertesten in die nachstehenden Epochen fallen.
1. Januar 1—3. Radiationspnnkt bei v Herkules.
2. April 12—13. „ südlich von ß Leier.
3. April 19—23. Reicher Schauer mit vielen RadiationSeentren. Einerder Hauptradianten liegt bei « Leier.
4. Juli 2(>—29. Reicher Schauer mit vielen Radianten, von denen einerim Schwan besonders thätig ist.
5. August 9—13. Der bereits oben erwähnte, auch unter dem NamenLanrentinsström bekannte, sehr reiche Meteorschauer mit vielen Radianten,von denen der wichtigste bei y Persens sich befindet. Von Mitte Juli bisBütte August ist überhaupt ein sehr beträchtliches Anschwellen des Stern-schnuppenphänomenes bemerkbar.
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