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Littrow. Wunder des Himmels oder gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems / J. J. von Littrow ; nach den neuesten Fortschritten der Wissenschaft bearbeitet von Edmund Weiss
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Ltcruschnuppcn.

2. Abt. Kap. XIV.

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6. Oktober 1!)25. Zeigte manche Jahre ziemlich reiche Tsästc, bei denendie Meteore aus der Gegend von v Orion, ß Stier und ß Zwillinge aus-strahlten.

7. November 1314. Der ebenfalls schon oben erwähnte Novcmbcr-schwarm der Lconidcn; Radiationspunkt in der Mitte zwischen y und ,« Löwe.

8. November 2729. Diffuse Radiation in der Andromcda.

9. Dezember 0 13. Radiationspunkt bei J Zwiltinge.

Ueber die reicheren Sternschnuppenströme der südlichen Halbkugel wissenwir noch sehr wenig, da außer den mehrjährigen durch Heis bearbeitetenMeteorbeobachtuugen Neumay cr's noch keine größere Beobachtungsreihe darübervorliegt. In diesen Beobachtungen spricht sich ein Anschwellen deS Stcrn-schnnppcnphänomcncs aus zwischen Januar 28 und Februar 2: März 12 bis15; Mitte Mai, Anfang Juni; Juli 28 bis August 2; August 5 bis 7 undDezember 18 bis 25. Die Zeit vom Juli 28 bis August 2 scheint die Epocheder Maximalsrequeuz der Meteore in der südlichen Halbkugel zu sein und gibtsich als solche auch aus gelegentlichen Notizen in den Tagebüchern der Reisen-den zu erkennen. So macht beispielsweise I. E. Roß im Berichte über seineSüdpolar-Expedition die folgende auf sie hinweisende Bemerkung: n 18-'Juli 2829 . . . meteors in (/reut numher teere secn Jurtimj tthouf in alldirections ..." Auch Eruls hat in Rio Janeiro im Jahre 1881 zwischendem 25. und 30. Juli einen sehr bedeutenden Meteorschauer beobachtet, beidem die Meteore größtenteils aus einer Gegend in der Nähe von Fomalhautausstrahlten.

Da die periodischen Sternschnuppcnfälle in gewissen Jahren so überraschendeErscheinungen dargeboten hatten, durste man mit Grund vermuten, in altenGeschichtsquelleu Nachrichten von derartigen Phänomenen aus früheren Jahr-hunderten aufzufinden. Die reichhaltigste Ausbeute ergaben übrigens wie beiden Kometen so auch hier die chinesischen Annalen, nachdem sie durch Ed. B iot'SBearbeitung allgemein zugänglich geworden waren. Alle so nach und nach überältere Sternschnuppenerscheinungen gesammelten Notizen rednzirte H. A. Newtonim Jahre 1863, um sie leichter miteinander vergleichbar zu machen, auf eingemeinsames Aequiuoktium, wozu er das des Jahres 1850 wählte, und gelangtedabei unter anderem zu dem überraschenden Resultate, daß der oben unter 3genannte Aprilschauer sich bis zum Jahre 687 vor unserer Zeitrechnung ver-folgen lasse. Wir werden später bei der genaueren Besprechung einzelnerperiodischer Meteorschauer noch mehrfach Gelegenheit haben, auf diese wichtigeArbeit zurückzukommen.

Es dürfte hier auch am Platze sein, etwas über die BeobachtnngSmethodendes Laufes der Meteore einzuschalten. Die gewöhnliche Beobachtuugsmethodebesteht darin, daß die Anfangs- und Endpunkte der scheinbaren Meteorbahnenin Sternkarten eingezeichnet werden, und es haben in neuerer Zeit die British