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Entdeckung des Plnnetcn Neptun.
3. Abt. Kap. VII.
Lage im Raume eben durch jene Elemente angegeben wird. Die sechs Elementeeiner Planetenbahn sind nun, wie bekannt, folgende: Die große Achse der Ellipse,ihre Excentrizität, die Länge des aufsteigenden Knotens, die Neigung gegen dieEkliptik, die Länge des Perihels und die Zeit des Durchganges des Planetendurch irgend einen Punkt seiner Bahn oder die Epoche. Die ersten zwei Elementebestimmen die Gestalt der Ellipse, das dritte und vierte die Lage der Bahnebcneim Raume, das fünfte giebt die Lage der Ellipse in ihrer eigenen Ebene und dassechste die Position des Planeten in seiner Ellipse.
Hat man diese Elemente mit großer Annäherung ausgemittelt, so wirdman im Stande sein, die relative Lage des Planeten gegen alle übrigen undseine Entfernungen von diesen für jede Zeit anzugeben, und somit auch die Ein-wirkungen dieser Körper auf jenen oder die sogenannten Störungen des Planetenzu berechnen. Nun erst wird es möglich, die Beobachtungen, aus denen mandie ersten genäherten Elemente abgeleitet hat, von dem Einflüsse dieser Störungenzu befreien und sie so nmzustcllcn, als ob der Planet bloß der Anziehung derSonne ausgesetzt wäre. Aus den so verbesserten Beobachtungen erhält man erstdie genauen Elemente seiner elliptischen Bahn um die Sonne. Die Astronomenpflegen ferner, so oft es die besondere Beschaffenheit dieser Bahn zuläßt, Tafelnzu konstrniren, welche ihnen die Voransberechnung des von der Sonne ausgesehenen oder heliocentrischen Ortes des Planeten für jeden beliebigen Zeit-punkt sehr erleichtern, und in diese Tafeln nehmen sie zugleich die Störungendurch die übrigen Planeten auf. Mit Hülfe des aus dieser Tafel genommenenheliocentrischen Ortes finden sie dann durch eine leichte und sehr einfache Rech-nung die von der Erde aus gesehene oder geocentrische Position des Planeten.Berechnet man nun den Lauf des Planeten mit Hülfe dieser Tafeln auf eineganze Reihe von Jahren voraus und findet dann, daß derselbe mit den Beob-achtungen vollkommen harmonirt, so wird man überzeugt sein können, daß dieden Tafeln zu Grunde liegenden Elemente die richtigen sind. Stellt sich dagegenmit der Zeit eine Abweichung der berechneten von den beobachteten Orten desPlaneten heraus, so erfordern die Elemente noch eine Verbesserung, und manwird sie also fort und fort korrigiren, bis die gewünschte Uebereinstimmung mitdem Himmel hergestellt ist.
§ 72. (Anomalien in der Bewegung des Uranus . Vermuthungen öder die Existenz eines neuenPlaneten jenseits Uranus .) Dieser Weg wurde denn auch bei der Bestimmung derBahn des Uranus eingeschlagen, dessen Entdeckung durch W. Herschel auf den13. März 1781 fällt. Delambre war es, der im Jahre 1789 die ersten, aufeine sorgfältige Bestimmung der Elemente der Urannsbahn gegründeten Uranus-tafeln gab. Diese Tafeln stimmten mit dem Himmel bis in das zweite De-zennium unseres Jahrhunderts; aber allmählich zeigte sich eine mit der Zeitwachsende Diskordanz gegen die beobachteten Positionen des Uranus , welche imJahre 1821 in Länge auf mehr als eine Bogenminute anwuchs. Dies vcran-