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Littrow. Wunder des Himmels oder gemeinfassliche Darstellung des Weltsystems / J. J. von Littrow ; nach den neuesten Fortschritten der Wissenschaft bearbeitet von Edmund Weiss
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§ 79. HO.

Kcstdlt und Atmosphäre» der Planeten.

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Bei einer nicht homogenen Erdinasse aber hat die theoretische Bestinunnngihrer Gestalt große Schwierigkeiten. Doch ist man endlich dahin gekommen,zu zeigen, daß auch in diesem Falle noch die Erde eine elliptische Gestalt, abermit stärkerer Abplattung haben müsse, wenn sie mit sich selbst int Gleichge-wichte verbleiben soll.

§ 80. (Oentaifeuet betörte.) Die vorhergehenden Betrachtungen zeigen, daßdie Erde, sowie auch alle Planeten, an denen wir bisher eine Abplattung be-merkt haben, zur Zeit ihrer Entstehung in flüssigem Zlistande gewesen sind, dasie, wären sie ursprünglich feste Körper gewesen, ihrer Notation ungeachtet, ihreerste Gestalt in: Allgemeinen beibehalten haben müßten.

Welches ist aber die Ursache dieses ursprünglichen Zustandes der Planeten,und insbesondere unserer Erde?

In der Antwort aus diese Frage haben sich unsere Geologen von jeher inzwei Klassen getheilt: in Neptunisten und Plutonisten. Die Neptunistennehmen an, daß zlir Zeit der Entstehling der Erde die festen und flüssigenTeile unter einander gemengt gewesen sind, und daß die feste Rinde, und über-haupt alle soliden Teile der Erde nur auf dem Wege der Präzipitation, desNiederschlages erhalten wurden. Die Plutonisten hingegen erklären den in derBorzeit flüssigen Zustand der Erde für eine Folge der hohen Temperatur, welcheanfänglich die ganze Erde besessen habe, und welche sich, während die Ober-fläche derselben durch Erkalten erstarrte, und dadurch in den festen Zustandgcrieth, in dem wir sie jetzt erblicken, gegen den Mittelpunkt zurückgezogen habeund dort noch herrsche.

Für die letztere Meinung, daß nämlich die Temperatur der Erde in ihremMittelpunkte noch eine sehr hohe sei, oder für das sog. Centralfener derErde, scheint der Umstand zu sprechen, daß im Innern der Erde mit zu-nehmender Tiefe die Temperatur steigt. Diese Thatsache, die in früherer Zeitvielfach bestricken wurde, ist jetzt durch zweckmäßig angestellte Versuche in tiefenBergwertsschachten, bei Tuuneldurchbohrungen u. s. w. längst außer Zweifel ge-stellt. Zu den besten und am tiefsteil in die Erde hinabreichenden Beob-achtungen dieser Art gehören die in dem Bohrloche von Sperenberg bei Berlin erhaltenen; das Resultat derselben lautet:

Tiefe

Teinp. 0.

Tiefe

Tcmp. C

220 Dieter

21'6°

034 Meter

309°

283 -

23-0

597

331

346 -

26-4

660 -

35-9

409 -

26-9

1064 -

46-5

471

29-1

Nach diesen Beobachtungen ist die Wärmezunahme mit der Tiefe gegendas Erdinnere eine gleichförmige und erfolgt im Verhältnisse von 2 97° oderrecht nahe gleich 3" 6. für je .100 Achter. Zll ganz ähnlichen Resultaten