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Beobachtende Astronomie.
4. Abt.
selben zu einer anderen nur dann mit Sicherheit schließen kann, wenn sie voneinem Tage zum anderen immer um dieselbe Größe von der Wahrheit ab-weicht, mit anderen Worten, wenn ihr täglicher Gang sich immer gleich bleibt.Ist dies der Fall, dann ist die Uhr eine gute, denn mit der einzigen Be-dingung des gleichsörmigen Ganges ist der Zweck einer Uhr, nämlichdurch eine einfache Rechnung für jeden gegebenen Augenblick die richtige Zeitzu finden, völlig erreicht. Die Größe des Ganges ist dabei gleichgültig: siehat, wie wir bereits einmal Gelegenheit hatten zu bemerken (§ 6), mit der Güteder Uhr gar nichts zu thun. So wäre es gewiß ein arger Fehlschluß, wennman bei einer auf das Maß der Sternzeit rcgnlirten Uhr, daraus, daß sietäglich um 3 m 56’6 S gegen mittlere Zeit voreilt, also gegen diese einen täg-lichen Gang von 3™ 56'6 S zeigt, folgern wollte, sie sei eine schlechte Uhr.Bequem ist es allerdings nicht, wenn eine Uhr gegen die Zeitart, mit der mansie vergleichen will, einen starken Gang hat: man Pflegt deshalb auch durchdie hierzu vorhandenen Vorrichtungen, von denen wir im § 6 ebenfalls bereitssprachen, seine Uhr zu rcguliren, d. h. ihren Gang auf eine kleine Größehcrabznbringen.
Den Gang einer Uhr, und besonders auch die Unveründcrlichkeit desselben,kann man nur, freilich sehr einfach, aus längere Zeit hindurch fortgesetzten Be-obachtungen erfahren. Die Art, wie man dabei vorgeht, dürste indes am bestenaus einem Beispiele hervorgehen. Gesetzt also, man hätte folgende Uhrzeitendes Mhren Mittages gestmden, denen wir sogleich die mittlere Zeit dieserMittage beisetzen:
Uhrzeit.
Mittlere Zeit.
Differenz.
5. Juli
l 2 h
2 m 24*
12h 4m
6*
1>N 42*
7.
12
1 35
12 4
25
2 50
10.
12
0 24
12 4
54
4 30
20.
11
55 41
12 5
54
10 13
Aus diesen Beobachtungen folgt, daß die Uhr am 5. Juli im wahrenMittag gegen die mittlere Zeit um 1™ 42 s und am 20. Juli schon um 10 ra 13 szurück war. Diese Uhr scheint also, wie man gewöhnlich urteilen hört,schlecht zu gehen, da sie in 15 Tagen um volle 8 m 31* retardirte, also in einemMonate von 30 Tagen um 17'" 2" oder inehr als eine Viertelstunde zu wenigzeigen wird. Allein wenn man den Gang dieser Uhr zwischen den einzelnenBeobachtungstagen näher betrachtet, so findet man, daß sie im Gegenteil einegute Uhr ist. In der That, während der beiden ersten Tage blieb sie um1"' 8*, also täglich um 34* zurück. In den drei Tagen von 7. bis zum 10. Juliblieb sie 1"' 40*, also täglich 33 3* zurück. In den zehn letzten Tagen endlich,vom 10. bis zum 20. Juli, blieb sie 5>" 43*, also täglich um 34'3* zurück.Ihre tägliche Retardation gegen mittlere Zeit ist daher