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Beobachtende Astronomie.
4. Abt.
Stern, der am ersten Tage zu einer für diese Beobachtungen geschickten Abend-stunde verschwindet, immer früher am Tage zu dem Turme kommen und da-her am Eitde durch das vielleicht uur schwache Fernrohr ganz unsichtbarwerden wird. Jene Acceleratiou, die nach dem Gesagten täglich 3 m 55 s 9 be-trägt, wird nach einem Monate nahe auf zwei, und nach einem halben Jahre aufzwölf Stunden steigen. Allein diesem Umstände läßt sich leicht begegnen, wennman gleich die erstei: Nächte nicht bloß einen, sondern mehrere Sterne be-obachtet, deren Verschwindnngcn eine oder eine halbe Stunde von einanderentfernt sind. Wenn dann später anch die letzten dieser Sterne schon zu ttahean den Tag fallen, so verbinde man nüt ihnen wieder andere auf dieselbeWeise, in einem Jahre z. B. 15 bis 20 Sterne, so daß jeden Tag in: ganzenJahre wenigstens einer derselben zu angemessener Stunde beobachtet werden kann.
Diese Methode ist so einfach, daß es kaum nötig sein wird, sie durch einBeispiel zu erläutern. Gesetzt, man habe an irgend einem Tage auf irgendeine Weise gefunden, daß die Uhr um 2 m 40 s gegen mittlere Zeit zn wenig zeige.An demselben Tage beobachtete man auf die eben angezeigte Art die Ver-schwindung eines Sterns, die z. B. in dem Angcnblicke statthatte, als die Uhr8 u 45 m ggs gab, 2Qcil aber diese Uhr um 2 -" 40* zurück war, so ist diemittlere Zeit der Verschwindnng des Sterns 8 h 48 m 16 s .
Da derselbe Stern jeden folgenden Tag um 3™ 55 s> 9 früher verschwindet,so wird er am zweiten Tag um 8 h 44 m 201, ernt drittel: unt S h 40 m 24 s- 2mittlere Zeit verschwinden. Hat man nun diese folgenden Verschwindnngcnebenfalls beobachtet und z. B. gefunden, daß die des zweiten Tages um8 >> 4 im 4 ßs die des dritten um 8 h 37 m 56 s U h rzeit statthatte, so findetman die Korrektionen der Uhr für diese drei Tage auf folgende einfache Weise:
Tag I. Tag II. Tag III.
Mittlere Zeit 8 '' 48™ 100 8 h 44 m 201 S h 40™ 2-02
Uhrzeit 8 45 36'0 8 41 460 8 37 5fr0_
Verspätung der Uhr 2 40 0 2 341 ’ 2 28'2
so daß man also jeden Tag den Fehler der Uhr und zugleich ihren täglichenGang erhält, der in unserem Beispiele 09 beträgt, um welche Größe die Uhrjeden Tag gegen mittlere Zeit vorausgeht oder accelerirt. Die Uebereinstimmnngdes täglichen Ganges aus jedem Beobachtnngspaare giebt zugleich einen Beweisvon dem guten Gange der Uhr.
Wenn man bedenkt, wie einfach diese Beobachtungen sind, und mit welchergroßen Schärfe sie sich anstellen lassen, so muß man sich wundern, daß dieseMethode, selbst außer dem eigentlich wissenschaftlichen Leben, nicht überall ein-geführt ist, wo man einer genauen Zeitbestimmung bedarf. Unsere Uhrmacherz. B. werden nie einen höheren Grad ihrer Kunst erreichen und mit denChronometermachern Englands und Frankreichs , deren jeder eine kleine Privat-sternwarte in seinem Hanse hat, nie rivalisiren können, so lange sie nicht genau