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so leitet auch der Culturproceß sich dreifach ein mitdem Verstand, dem Geschmack und dem Gewissen.Wie von den naturmäßigen Anfangen die natür-lichen Vorgänge bis zu den Anfängen der Culturfortlaufen, so laufen von den culturmäßigen An-fängen die Vorgänge der Cultur in umgekehrter Rich-tung bis zu den Anfängen der Natur zurück, unddie von beiden Seiten sich entgegenkommenden Lebens-müden spinnen sich so zusammen, daß im Gewebe desmenschlichen Lebens jeder Faden aus Natur und Cul-tur gemischt ist.
Die Reflexion, als das Denken über das Denken,führt zur Einheit und AUgemeingiltigkeit der Erkennt-niß, indem sich in ihr die allgemeine methodische Naturdes Denkens offenbart. Soweit das Leben außerdem reinen Verstände auch noch vorn Geschmack undGewissen beherrscht wird, soweit erstreckt sich diesemethodische Natur auch in das Gebiet des Gefühlesund des Willens. Ihr Verständniß gibt uns dieallgemeingiltigen Principien des Wahren, desSchönen und des Guten, nach denen sich in derCultur das gestimmte Leben zu gestalten sucht.
Indem nämlich das culturmäßige Leben bewußtes