X)ie Schriftsteller des Altertliums erzählen, tlieils als Sage der Vorzeit, theils alsErfahrung ihres eignen oder des kurz vorhergehenden Zeitalters: dafs Steine undMetallmassen vom Himmel auf die Erde herabgefallen sind.
Solche angebliche Steinregen mögen oft zwar nur ein starker ITagel gewesenseyn; zum mindesten scheinen mir manche Nebenums Lände der vom Livius ( 1 ) er-zählten Fälle, diese Vermutliung zu begünstigen.
Allein einige, dieser Begebenheiten werden von Augenzeugen bekräftigt, undbenähen auf zu starken historischen Gründen, um ihre Äclitheit .gerade zu abzu-leugnen.
Und warum sollte man es thun? Finden sich nicht selbst in unsern Tagengenugsam bestätigte Wahrnehmungen solcher vom Himmel herabgefallener Massenund Steine? Kann man ohne Verletzung der Wahrscheinlichkeit annehmen, diesePhaenomene hätten sich nur itzt zugetragen, vormals aber nichL?
Theorie und Erfahrung sprechen gleich laut gegen eine solche Behauptung.Die Natur wirkt nach festen Regeln: Ihr Gang ist gleichförmig, und nach Jahr-tausenden der nemliclie, denn er gehorcht ewigen, der Materie von Anfang an ein-gedrückten Gesetzen.
Wenn man daher die Richtigkeit der neuern Vorfälle dieser Art zugiebt undzugeben mufs, so sehe ich in der 1 hat nicht ein, wie man ohne offenbaren Wi-derspruch mit sich selbst die Erzählungen der Alten bezweifeln kann.
Mehrere Jahrhunderte sind indessen seit der Wiederaufiel>ung der Wissen-schaften verflossen, ohne dafs man jene Phaenomene einer nähern Aufmerksamkeitgewürdigt hätte. Höchstens berührte man sie im Vorbeigehen, oder in vergäng-lichen Flugschriften. Meistens gehörten sie zu den Gesprächen des Tages, die einvorübergehendes Interesse erwecken, und nach kurzer Zeit ganz vergessen sind.
Vielleiclit lag die Ursache mit darin, dafs jene wirklichen Fakta die Muttereiner fabelhaften Volkssage wurden.
(i) Histor. Lib. I. c. i. Lib. XXI. c 62. Lib. XXIII, c. 31. . Lib. XXV. c- 7. Lib. XXX. c. 38,Lib. XXXV. c. 59.
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