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Ueber Massen und Steine, die aus dem Monde auf die Erde gefallen sind / von Ferdinand Adolph Freiherr von Ende
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auf diesem Planeten allein nicht ihrer alten Wirkungsart ganz ungetreu seyn soll,indessen sie hn ganzen Weltall ein gleichförmiges ähnliches Verfahren beobachtet,und nach dem Gesetz der Stetigkeit handelt.

Ersichtlich darf man aber bei dieser Untersuchung keine tellurischen Prozessezum Grunde legen, oder sie zum Maasstab annehmen, obwohl sie uns hie undda nicht zu verachtende analogische Schlüsse darbielen, und auf manche Vermu-tlmng leiten können.

Eine auch nur flüchtige Betrachtung des Monds durch vollkommenere Fern-rohre, verrätli eine auffallende Unähnlichkeit zwischen seiner Oberfläche und un-serer Erde.

Anstatt, dafs auf dem Hauptplaneten das Wasser eine sehr wichtige Rollespielt, und zu seiner Ausbildung äufserst thätig« und vielleicht in einer gewissenEpoche vorzüglich gewirkt hat, erldickt man auf dem Monde gar keine Meere,gar keine See, ja nicht einmal bedeutende grofse Ströme, wie unsere Donau ,Rhein und Elbe in Teutschland.

Die dunkeln Flecken, welche mau eliehin für Meere im Monde hielt, sind,wie neue sorgfältige Untersuchungen diurch Herschelsclie Teleskope lehren, keinWasser, sondern grofse, zum Tlieil ziemlich unebene Landstrecken, und ivässericli-te Flüssigkeiten , im tellurischen Begriffe des U r orts, scheinen auf dem Monde überallnicht vorhanden zu seyn. Da indessen das Wasser kein einfacher Körper ist, soläfst sich die Möglichkeit nicht ableugnen, dafs vielleicht auf ilem Monde ein fei-neres, unserni Wasser ähnliches Fluidum vorhanden ist, und durch den Niederschlagder äufserst feinen Mondatmosphäre erzeugt wird.. (9)

Dagegen bietet die Oberfläche des Monds umsern Augen den Anblick an ein-anderhängender Berge, und grofser sich weit ersLrekender Bergketten, Einsenkun-gen, Krater und Ebenen von Ringgebürgen eingeschlossen dar.

Diese Berge sind gröfstentlieils so hoch, und die Einsenkungen so tief, dafswir vergebens nach ähnlichen Gegenständen auf unsrer Erde suchen dürften.

In den uns bekannten Welttheilen und wir kennen doch sicher mehr alsdie Hälfte des festen Landes giebt es nur einen einzigen Berg, den Chimborazo ,der eiwas über achtzelmtausend Fufs hoch ist, und elwa achl Berge, die einesenkrechte Höhe zwischen zehntausend und vierzehntausend lufs haben.

( 6 ) Schröders Selenotopograplüsche Fragmente Th. II. §. 805 fg.