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Ueber Massen und Steine, die aus dem Monde auf die Erde gefallen sind / von Ferdinand Adolph Freiherr von Ende
Place and Date of Creation
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Was ist clas aller gegen die Höhe der Mondsberge?

Auf der uns zngewandlen, und daher uns allein bekannten Halbkugel, giebtes solcher Berge, wie unser Pico, in grofser Menge, viele, die unserm Chimborazo eieich kommen, und mehrere, die ihn an Höhe überlrefFen.

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Man hat Berge im Monde gemessen, (1 o) deren senkrechte Höhe über fünf undzwanzig tausend Fufs beträgt, und wir nnifsten unsern Pico doppelt, und unsernBrocken achtfach auf einander thürmen, um einen ähnlichen Berg hervorzubrin-gen. Ja! wenn man den Canigon auf den Montblanc stellte, so würden beidedoch noch nicht die Höhe der dAlembertschen Rundgebirge im Mond errei-chen.

Eine solche erstaunende Höhe der Mondsberge mufs an sich schon Verwun-derung erregen; sie steigt aber noch mehr, wenn man unabhängig von der al>fo-hlten Höhe eine Vergleichung mit den Gebirgen der Erde, mil Rücksicht auf dieGröfse beider Planeten anstellt, und dabei den beiderseitigen Halbmesser zumMaasslab annimmt.

Der Halbmesser des Monds beträgt in runder Zahl etwa 234 teutsche Meilen;der Halbmesser der Erde hingegen ist ungefähr 859 teutsche Meilen grofs. BeideHalbmesser verhalten sich daher wie 3 zu 11, oder welches einerlei ist, der Halb-messer des Monds ist nur xV des Erdhalbmessers grofs.

Nun hat aber die funfzigmal grössere Erde nur einen einzigen Berg aufzuwei-sen der im t'sit' 1 ihres Halbmessers hoch ist, indessen es gezeigter mafsen auf demMond mehrere Berge giebt, deren senkrechte Höhe 2 r j ? tel seines Halbmessers be-trägt. Nach dem Verhältnisse beider Weltkörper sind also die höchsten Mond-gebirge fünfmal fo hoch als der höchste Berg der Erde.

Eben so bewundernswürdig ist die erstaunende Tiefe der Einsenkungen aufdem Monde.

Unter denen vom Oberamtmann Dr. Schroeter gemessenen befinden sich zwan-zig, die unsern Broken seiner senkrechten einfachen Höhe nach, sieben und zwan-zig die ihn doppelt , neune die ihn dreifach , und zwei die ihn vierfach in sich fafsenund verbergen könnten.

(io) Nach Schroeters Messungen beträgt die senkrechte Hohe der Dörfelschen und LeibnizischenRundgebirge wenigltens eine geographische Meile. (Selenotopogr. Fragmente Th. I. §. 80 fg- Th. II«§. 9 2 8 >) Unter den d'Alembertschen Rundgebirgen, an der östlichen Seite des Monds, befinden sich meh-rere, deren Gipfel wenigstens 24000 bis 25000 Fufs hoch sind. (Selenotopogr. Fragmente Th. II. §. 929 fg.)