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Nach Howard (92) wurde der erste Stein am i3. Sept. 17G8 von Personen,die ihn niederfallen gesehen, noch heifs gefunden, und die Beschreibung lau-tet also:
„Die Substanz des Steins hat eine blafs aschgraue Farbe; betrachtet mandas Korn mit einer Loupe, so nimmt man wahr, dafs der Stein mit unendlichvielen kleinen blafsgelben funkelnden Metalltheilchen durchsprengt ist. Die äus-sere Oberfläche, und zwar diejenige, welche, nach dem Abbe Bachelay, nichtin der Erde lag, ist mit einer sehr dünnen Rinde von schwarzer, an einigenStellen blasenförmiger, Materie überzogen, die geschmolzen zu seyn scheint.Der inwendige Stein mit einem Feuerstahl geschlagen, giebt keine Funken,hingegen kann man einige aus der äussern, wie es scheint vom Feuer angegrif-fenen, Kruste liervorlocken.“
. Nach der mit Recht von Howard getadelten chemischen Analyse der fran zösischen Akademisten, enthielten 100 Tlieile des Steins 8} Schwefel, 56 Eisenund 55J verglasete Erde. (90)
Das specifische Gewicht war ~ 5535, Wasser zu 1000 angenommen.
XXIV. Am 20. Nov. 1768 ßel bei Mauerkirchen in Bayern ein 3i Pfund
schwerer Stein aus der Luft, inwendig von bläulicher Farbe, von Aussen abermit einer schwarzen Rinde überzogen. (94) *
XXV. Am 10. Julius 1790 zersprang in Gascogne eine Feuerkugel, und
(92) In der angeführten Abhandlung S. 170. fg.
(93) Howard glaubt, man würde sicher auch Nickel gefunden haben, nenn man die Metalliheile be-sonders und genauer untersucht liäLte.
(94) Nachricht und Abhandlung von einem ln Bayern , unweit Mauerkirchen , am 20. Nov. 176s au»der Luft herabgefallenen Steine. Stranbingeu, 1768. in 8- mit. einem Kupfer. Hofratli Blumenbach (inVoigts Magazin, 4ter Band, S. 5i5 . fg.) hält diese kleine Scharteke für Spott, mir scheint sie aber, leider!ernsthaft gemeint, und die Ausgeburt eines, mit Aristotelischer Afterphilosophie angefiillten, finstern Mönchs-kopfs zu seyn. Ich habe bei der gegenwärtigen Abhandlung viele alte Werke nachschlagen müssen, undfand in ihnen gerade eben so die Bildung der Steine in der Luft nach dem Aristoteles beschrieben , wie sieder Verf. jener Brochiire erklärt. Doch dem sey, wie ihm wolle, so scheint mir das Faktum selbst gevrifs,und die Aehnlicbkeit des in Bayern herabgefallenen Steins mit den übrigen unverkennbar.