Band 
Erster Band.
Seite
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Seitdem auf allen Seite» den» Verkehre neue Verbindungen er°öffnet werden, hat der Transit um so mehr abgenommen, als in d«rSchweiz die Zölle vermehrt nnd so unsere Straßen ln die ungünstigste Lageversetzt worden sind, Tricst und die nördlichen Seehäfen haben an derVerproviantlrnng der Schweiz nnd Deutschlands einen weit bcdenteu-vcr» Theil als früher, und die Anlagen von Kanälen und Eisenbah-nen sind bisher alle der Durchfuhr durch unser Gebiet nachtheilig ge-wesen. Ueberdies müssen wir noch bemerken, dass der Unterhalt fürFuhrleute nnd Pferde bei uns höher zn stehen kömmt als in Frankreich .

Stets hat die Regierung den Grundsatz befolgt, dass die Durch-fuhr zu befördern sei. Deshalb willigte sie auch bei den ein cidsge-riöffisches Konkordat bezweckenden Unterhandlungen dazu ein, dir Durch-gangszölle um ein Drittel herabzusetzen für alle Waaren, welche ausdem Auslande kommen und wieder nach dem Auslande gehen. Als sieaber sah, dass es sich darum handle, diese Verminderung auf alleTransitzölle auszudehnen; dass es nicht auf eine die ganze Schweiz umfassende Gesetzgebung, sondern aus eine Maßregel abgesehen sei,die vorzüglich dem Kanton Waat zur Last falle, indem man die Durch-fuhr der »ach den andern Kantonen bestimmten fremden Weine zu er-leichtern bezweckte, während die waatländischen am Orte ihres vor-züglichstcn Absatzes mit einer bundeswidrlgen Abgabe besteuert blie-ben; dass außerdem endlich der Bund die eidgenössischen Zölle beibe-tst halte und die übrigen Kantone zugleich von Straßen- und Brückengel-

r- dern starrten; — da enischloss sie sich, neue, dem Interesse Aller ange-

»< meffene Eröffnungen abzuwarten.

S Mannigfaltig haben die Zölle die gesetzgebenden nnd die Ver-

waltnngsbehördcn beschäftigt.

x: Jedes Zollsystem steht im Zusammenhange mit wichtigen staats-

wirthschafiliche» Fragen, über die wir uns aber in einer Schrift wie^ die vorliegende, nicht näher einlassen dürfen. Daher wollen wir »nS

auf die Anführung einiger Thatsachen und der vorzüglichsten Ergeb-nisse des Ganges , den die Regierung seit unserer Selbstständigkeit be-folgt, einschränken.

Nachdem der Kleine Rath auf das Studium des Räderwerkes dersehr verwickelten Zollmaschine, deren Wirkung sich in ungleichemMaße über die verschiedenen Kantvnstheile ausdehnte, zwei Jahre ver-wandt hatte, so setzte er 18l>5 an die Stelle des frühern bernerischenGeneralkommissärs, der in Morsee sein Büreau aufgeschlagen hatte,einen Generalintendanten, beauftragte denselben, ihm alle zur Verbesse-rung des ZollwcsenS geeigneten Maßregeln vorzuschlagen, und untergabi ihm die verschiedenen damals bestehenden Zollstätten.

Im I. 1807 beschloss der Große Rath, dass alle Kantonstheileden gleichen Zollabgaben unterworfen und alle diesem Grundsätzewiderstreitenden Vorrechte, Freiheiten und Gebräuche abgeschafft seinsollten.

Ein 1812 ertheiltes Gesetz nebst Tarifen stellte die Ein- undAnSganzSzölle fest, und 1813 bezeichnete ein RcgierungsbeschlusS alledem ausländischen Handel geöffneten Landungsplätze. Am Leman wa-ren es Coppet , Nenß, Rolle, Morsee, Ouchy, Vivis und Neustadt