Erster Theil
« Das Volk. (Scklufi.)
Gesellschaftlicher Zustand.
Sprache.
Als die lateinische Svrache mit dem Volke, das sie redete, »ndder alten Welt, deren letzte Aeußerung dieses Volk war, dahinschwand,bildeten sich aus deren Trümmern neue, einfache, naive Sprachen,ungeschickt zum Ausdrucke allgemeiner Begriffe, aber voll Anmuth undjugendlicher Kraft. Bei ihrer Entstehung war die Sprache des Waat-landes eine jener mannigfaltigen Mundarten, die vom Fuße der Py-renäen bis zu dem der Alpen, ja sogar bis an die Wallachischen Bergegesprochen wurden, und die man unter dem gemeinsamen Namen ro-manische Mundarten zusammenfafft. Wir habe» Catalonier ge-sehen , die nach einem Aufenthalte von wenigen Wochen mitten unteruns unsere Landessprache verstanden; und unsere Soldaten, die inFrankreich mit den Graubündnern beim gleichen Regimente standen,konnten, indem sich die Einen des waatländischen „Patois", die An-dern des Romanischen bedienten, einander verstehen: ein auffallenderBeweis von der Verwandtschaft der Sprachen weit aus einander ge-schiedener Völkerschaften, die in keinem unmittelbaren Verhältnisse zueinander stehen, sich aber in ähnlicher geographischer und historischerLage befinden.
Schon mehrmals hat man versucht, die Wörter der waatländi-schen Volkssprache in einem Wörterbuchs zusammenzustellen. Bochat,Rüchat, Bertrand, Chavannes , Müret von Vivisi), Seigneur deEorrevon hatten sich schon damit abgegeben; der Dekan Brtdel hatbereits zweitausend Wörter vereinigt, und nun beschäftigt sich HerrMoratel damit, das Werk dieses liebenswürdigen Gelehrten, den dieSchweiz jüngst verloren, zu vervollständigen. Alle habe» dabei zu-gleich aus die Herstammung und die grammatikalischen Gesetze Rück-sicht genommen. Eine unbestimmte Anzahl Wörter rühren aus dem
r) Court dc Gobelin in seinem Rloacle poimitisi, 1k. V.der Vorrede.
Gnu. v. Waat. H
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