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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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22 Einleitung: Entwickelungsgang der Menschheit.

dazu zwingt, also namentlich in Europa , nach und nach gelernt, den Körper wie in einkünstliches Haus einzubauen, dessen einzelne Teile dabei leichter und beweglicher sindals z. B. die plumpe Pelztracht der Polarvölker. Diese den Körper bis auf wenige Teileeinhüllende Tracht der Kulturvölker des nördlichen gemäßigten Erdgürtels dringt überallda, wo Europäer sich ansiedeln, auch unter den Tropen vor. Wenn man auch zugebenmuß, daß selbst in den heißesten Gegenden der Erde ein gewisser Schutz gegen die Witte-rung, gegen Insekten u. s. w. keineswegs überflüssig ist, ja daß die Naturvölker inErmangelung von besserem den Körper deshalb mit einer Schlamm- und Schmutzkruste zu

IS. Mrbstuhl und Spinnrocken der Neynrger (Liberia ).Nach Büttilofer.

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überziehen Pflegen, so ist die Tracht doch in der Hauptsache das äußere Abzeichen derKultur, das nachgeahmt wird. Zugleich wirkt die allgemein verbreitete Vorstellung mit,daß reichliche Kleidung Vornehmheit und Reichtum ihres Trägers bezeugt, so daß alsGegensatz dazu Entblößung als Zeichen der Demut und — in natürlicher Fortentwickelungdes Gedankens — als Gruß dient. Ob man dabei, wie in Westafrika , das Oberkleid vonder Schulter zieht, oder, wie in Europa , das Haupt, oder endlich, wie im Orient, dieFüße entblößt, macht wenig Unterschied.

Nicht nur Schamhülle und nicht nur Schutzmittel ist die Kleidung, sondern zugleichoft ein Abzeichen des Standes und ein Schmuck. Diese schmückende Eigenschaft derTracht ist es nun, die jenen mehr oder weniger raschen Wechsel bedingt, den man Modenennt. Die Mode beschränkt sich, da sie einer tieferen Eigenschaft des menschlichen