26 Einleitung: Entwickelungsgang der Menschheit.
in Schottland kennt man alte Befestigungen, die den Nurraghi Sardiniens ungemeinähnlich sind.
Eine Art Gegenstück zu den künstlichen Höhlen, in die sich der Mensch vor seinenFeinden zurückzog, sind die künstlichen Inseln, die Psahlhäuser und Packwerksbauten.Freilich liegen und lagen auch früher nicht alle Pfahlbauten im Wasser; den auf Pfählenam festen Lande errichteten Häusern der meisten malaiischen Völker (s. Abb. 18) entsprachenauch im alten Europa jene „Terrainaren", die z. B. in Oberitalien in großer Zahlwieder aufgefunden worden sind und Wohl den arischen Einwanderern, den Jtalikern,als Wohnung gedient haben. Namentlich Vorratshäuser errichtet man überall gern aufPfählen (s. Abb. 19). Nicht nur Inseln und Höhlen aber sind künstlich geschaffen worden,sondern man hat auch Hügel als Gräber und Festungen ausgeschüttet, so die merkwürdigen„Mounds" Nordamerikas , die lange irrtümlich als Beweise für das Dasein alter Kultur-völker dargestellt worden sind. Auch in Europa sind Aufschüttungen und besonders Erd-wälle häufig zu finden, ja ganze Stammesgrenzen sind schon früh durch Grenzwall und
Grenzgraben gesichert worden. Durch ein eigentümliches Mittel hat man oft die runden„Burgwälle", die alte Ansiedelungen schützten, widerstandsfähiger gemacht, indem mansie durch Anzünden mächtiger Feuer brannte und verglaste, also den ganzen Wall aufeinmal oder doch seine Oberstäche in feste Ziegel oder Schlacke verwandelte (Schlacken-wälle). Die hölzernen Bollwerke und Palissaden, mit denen man alle diese Festungenverstärkt haben mag, sind natürlich längst verschwunden.
Die Anlage fester Verteidigungspunkte setzt schon voraus, daß der Mensch ansässigist und in einem beschränkten Raume die Mittel findet, seine Bedürfnisse zu befriedigen.Dazu bedarf es indessen eines Maßes von Kultur, das auch jetzt noch nicht von allenVölkern erreicht ist. Auf der untersten Stufe stehen noch jene armseligen Wandervölker,wie Buschmänner oder Australneger, die beständig umherschweifend die kärglichen Gabeneines umfangreichen Gebietes einsammeln müssen, die jede Vermehrung ihrer geringenVolkszahl mit Hungersnot bedroht und für die deshalb der entsittlichende Kindermord undverwandte Laster fast zur Notwendigkeit werden. So wandert auch die Bevölkerung derPaumotu im Stillen Ozean von einer Insel zur andern, da ihr sonst der Hungertodgewiß wäre. Unstäte Völker kann man diese dürftigen Nomaden nennen, die — allen-