Pfahlbauten. Jagd und Fischfang. 2?
falls mit Ausnahme des Hundes — kein Haustier keimen und keine Pflanze durch AnbauZu reichlicherem Ertrage zu zwingen wissen. ^ .
Ganz anders steht schon ein Volk da, das in einem wlldrmchen Gebiete me ^agü zufeiner Hauptbeschäftigung erhebt; reine Jägervölker, die nicht nebenher Fischfang undetwas Ackerbau treiben, gibt es übrigens kaum. Hier bildet sich bereits das Anrecht desStammes auf gewisse Jagdgebiete, das auch bei den unstäten Völkern m semen Anfangenvorhanden ist, schärfer aus. Die Gefahr, durch allzueifrige Nachstellung eine Art desWildes ganz zu vernichten, zwingt zu einer gewissen Selbstbeschränknng, dm Notwendig-keit, das listige Getier des Waldes und der Steppe noch zu überlisten, leitet zu mannig-facheil Erfindungen. Selbst der Buschmann versteht es, in die Haut eines Straußesgehüllt, den scheuen Vögeln auf Schußweite nahe zu kommen; Fallen der verschiedensten
AHM
i». Norratsbäuftr der kling.
Nach Photographie gezeichnet von A. Dreflek.
Art — Fallgruben, Schlagfallen, Selbstschüsse n. s. w. — sind fast überall bekannt, undder Hund als Jagdgehilfe fehlt in keinem Erdteil. Fast noch zahlreicher sind die Me-thoden des Fischfanges, der mit Angeln und Speeren, mit Netzen und Reusen und sonstauf mancherlei Art betrieben wird. Man kennt auch fast überall Mittel, die Fische durchgiftige Stoffe zu betäuben, und hier und da richtet man selbst Wasserbögel zum Fischfang ab.
Das nnstäte Wesen der Australier oder Buschmänner ist den Völkern, von denen hierdie Rede ist, nicht mehr eigen, aber einer besonderen Art von Nomadismus huldigen diemeisten von ihnen dennoch, und ganz besonders die Stämme, die in kälteren Gebietenwohnen. Die Giljaken z. B. besitzen Winterdörfer, die an geschützten Stellen und in derNähe reicherer Jagdgebiete gelegen sind, und Sommerdörfer, die in der Regel an denUfern fischreicher Flüsse erbaut werden und deren Häuser auf Pfählen stehen, währenddie Winterhäuser halb in der Erde vergraben sind. Hier wie anderwärts zwingen teilsklimatische Gründe, teils der Wunsch nach leichterem Erwerb der Nahrung zum Wechseldes Ortes.
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