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Entwickelung der Banknnst.
Der in der Stadtmauer entdeckte „große Schatz" enthält Frauenschmuck in Gold,silberne Töpfe, kupferne Dolche, Lanzenspitzen und Streitäxte, teilweise in mykenischenFormen, außerdem kommen Spiralen und Rosetten vor.
Zn den ältesten pelasgisch-archaischen Baudenkmälern auf dem griechischen Festlandegehören die Steinkistengräbcr der Burg von Mykenä, die in dieser Art nicht in Asien ,aber überall auf dem Boden Europas vorkommen. Aus den Leichenbeigaben ist auf dasbereits längere Bestehen eines europäisch-arischen Dekorationsstiles zu schließen. Die aufden Gräbern befindlichen Stelen, vielleicht die frühesten Beispiele der peloponnesischenMonumentalknnst, bestehen aus Kalkstein und zeigen das Spiralenornament im Relief aus-geprägt und in gerahmte Felder eingeschlossen; daneben zeigen sich figürliche Szenen,ganz ähnlich denen auf den Schmucksachen aus den Gräbern. Zweimal kommt ein mitPferden bespannter Streitwagen vor mit dem bewaffneten Lenker und einem feindlichenKämpfer zu Fuß. Eine dritte Stele gibt die Ausfahrt zur Jagd. Als Umfassung sämt-licher Gräber zeigt sich ein rundes Steingehege, aus zwei aufgerichteten Plattenringenbestehend. Die Kuppelgräber der Unterstadt von Mykenä sind in den Bergabhangeingebaut, zu denselben führt ein von Steinmauern eingefaßter Zugang (Dromos).Neben dem großen runden, in Spitzbogenlinie durch überkragte horizontale Steinschichtengeschlossenen Kuppelraume liegt jedesmal eine kleine viereckige Kammer, die vielleicht dasGrab enthielt. Im Innern des Kuppelbaues, wie auch an den Dromosmauern, zeigtsich die höhere unterste Schicht, wie in den Tempeln auf Malta und Gozzo, in denoberen Schichten sind Bohrlöcher vorhanden, die zur Befestigung von Bronzerosettendienten. Das Merkwürdigste der Kuppelgräber sind die nach dem Dromos hin gewendetenFassaden, die bereits den griechisch-dorischen Stil vorzubilden scheinen. An den Lenkungenund am Sturz der ehemals durch eine Thür geschlossenen Öffnung sind Löcher für Bronze-nägel bemerkbar, die Wohl eine Bekleidung festhalten sollten. Zur Seite der Thürstanden Halbsäulen, möglicherweise nach unten verjüngt und mit annähernd dorischenKapitellen und kleinen viereckigen Basen. Das Entlastungsdreieck war durch eine rotePorphyrplatte geschlossen, welche mit zwei horizontalen Wellenreihen verziert war, außer-dem war der Fassadenteil vom Sturz aufwärts ganz mit farbigen Steinarten bekleidet. Einzweites KnPPelgrab zeigt an der Fassade dorisch kannelierte Halbsäulen aus dunkelgrauemAlabaster. Die an diesen Stellen dekorativ, fast im Sinne der Renaissance, angebrachtenSäulcnstellungen lassen schon auf eine längere Bekanntschaft mit dem Säulengerüst schließen.
Das KnPPelgrab zu Orchomenos in Böotien stimmt mit den mykenischen überein,zeichnet sich jedoch durch die reiche Dekoration der Nebenkammer aus; die Decke, ausPlatten von grünem Schiefer bestehend, ist durch ein aus Rosetten und Spiralen mitEckpalmetten gebildetes Muster verziert, dem Anscheine nach in Nachahmung eines gewebtenStoffes, der sowohl ägyptische wie babylonische Anklänge ausweist. Von der Wandver-kleidung haben sich Reste der Marmorplatten gefunden, unten und oben mit dem Rosetten-fries geschmückt, dazwischen mit dem Spiralmnster als Ausfüllung. Die Form desKuppelgrabes ist nicht kleinasiatischer Herkunft; man wird eher an die Bauweise der altenSardinier in den Nnraghen erinnert. Vielleicht bestand ein Zusammenhang der sogenanntenSeevölker an den Küsten des Mittelmeeres. — Gleichzeitig mit den Knppelgräbern trittdie einfache im Felsen ausgehöhlte Grabkammer auf, die durch einen horizontalenStollen zugänglich ist, wie die sogenannten Volksgräber zn Mykenä , die Gräber beiSpata ostwärts von Athen und am Palamidi.
Das am Meere gelegene Tiryns, die sagenhafte Heimat der Herakliden, ist dieälteste Burganlage der Peloponnes mit einer Umfassungsmauer in cyklopischem Mauer-werk, welches aus großen unregelmäßigen, aber möglichst in Schichten geordneten Kalk-steinblöcken, die zum Teil mit dem Spitzhammer bearbeitet und in Lehm gebettet sind,hergestellt ist. Im großen Eckturm der Südmaucr befinden sich zwei kellcrartige Gemächerohne Ausgang, deren Oberbau aus Lehmziegeln bestand. In der anschließenden Mauerist ein durch Überkragung geschlossener Gang ausgespart, von dem Thüren in fünf nachaußen angelegte Kammern führen. Der nicht verschlossene Hauptaufgang zur Burg steigtals Rampe zwischen zwei Flankenmauern auf bis zu dem eigentlichen Thor und von