Band 
Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
Seite
67
JPEG-Download
 

Die Entwickelung der Baukunst

im Zusammenhange mit Elastik und Malerei.

Ds wäre ruchlos, der ersten Gestaltung der menschlichen Wohnung nachspüren zuwollen und einen Typus, etwa den der Hütte, als ursprünglichen und allgemegültigen ausstellen zu wollen. Ohne Zweifel benutzte der unkultivierte Menschalle möglichen sich darbietenden Gelegenheiten, um sich ern Obdach gege me" Unbilden der Witterung und einen Schutz vor feindlichen Angriffen er ^und Tiere zu schaffen. Die Naturhöhle, die künstlich erweiterte oder a»s Felsbloaenzusammengesetzte Höhle, das durch übergelegte Zweige geschützte, trichterförmige b-rmocy,das kletternd zu erreichende Bamngeäst, die auf ein Pfahlgerüst uw Wassereinfache Rohrhütte und endlich die auf dem festen Lande in einem umzäunten Bezrr eerrichtete Hütte mögen lange Zeit hindurch nebeneinander bestanden haben. Mr du-Wahl der einen oder der andern Art des Obdachs wird wohl einzig die natürliche Be-schaffenheit der bewohnten Gegend den Ausschlag gegeben haben. Übrigens gehörensämtliche oben angeführten Arten der Wohnungslage nicht m das Gebiet der Vermutung,sondern können in vorhandenen Beispielen nachgewiesen werden. ^ ^

^ Die Höhlenwohnungen finden sich in Gruppen vereinigt mehrfach rm mittlerenEuropa , beispielsweise in den Kreidefelsen der Champagne bei Courleonnet, Corzarvund Villevenard und sind mit Skulpturen ausgestattet, welche bereits den symbolischenAusdruck einer supernaturalistischen Ideenwelt zu bilden scheinen. Es find unvollständigemenschliche Figuren dargestellt mit einer in Relief wiedergegebenen Axt, welche an d eIdole des kleinasiatischen Zeus erinnern. Im felsrmchen Syrien kommen d>e zum Bewohnen eingerichteten Naturhöhlen in Menge vor und auf den Hochebenen Klernafienssind ganze Felswände tanbenschlagartig mit reihenweise über- und 'übereinander an-gebrachten, künstlich hergestellten Höhlungen bedeckt, die zum Teil sicher als Wohnungengedient haben. Man kann in diesem Falle von wirklichen Höhlcnstädten sprechen.

Die Reste der Pfahldörfer sind zuerst in den Schweizer Seen spater AEuropa entdeckt und zeigen verschiedene Konstrnktionssysteme. Entweder find Pfahlreiycnim Wasser durch einen darüber gelegten Bohlenboden bedeckt, auf dem °ym Bwelseileichte Hütten standen, über deren Form nichts überliefert ist, oder es sind Packwerksbauten aus Hölzern und Steinen im Wasser aufgeschichtet, wie die Crannoges m B"aiw-vder es sind endlich Pfahlbauten auf festem Boden hergestellt wie dm Tmaurar i mOberitalien . Die Pfahlbauten sind von Menschen bewohnt, dm bereits eEGrad von Kultur erreicht haben, denn es finden sich m den Resten der Psah baute»bereits Spuren eines regelmäßig betriebenen Feldbaues und einer fabrikmäßigen Her-stellung von Geräten, Waffen und Geweben. Denselben Beweis liefern die Gräber derPfahldorfbewohner in ihren Leichenbeigaben. Einzelne Pfahlbauten b e> *en w i