120 Baukunst: Blütezeit der arischen Kunstentwickelung.
Deckenträger der Cella dienen, und der Koukordientempel zu Akragas wegen der bogen-förmig geschlossenen Öffnung in der Giebelwand zu nennen. Das Material beider Tempelist Muschelkalk, der mit Stuck überzogen war. In späterer Zeit verliert die dorischeOrdnung ihre strenge Erhabenheit und ersetzt dieselbe durch Leichtigkeit und anmutigenReiz. Die Säulen werden schlanker und das Gebälk niedriger. Das choragischeMonument des Thrasyllos zu Athen bietet ein spätes Beispiel, dann der Tempel der
Athene Alea bei Piali in der Peloponnes .
Unter den ionischen Tempeln, die wirerst an den Beispielen entwickelten Stileskennen lernen, läßt sich wieder eine attisch -ionische Schule unterscheiden, die gewissedorische Eigentümlichkeiten in sich aufge-nommen hat, nämlich den durchweg drei-stufigen Stylobat (Säulenfuß), die vor-stehende höhere Plinthenschicht n. a. Dieionische Säule steht senkrecht, ist wenigverjüngt, besitzt eine kaum meßbare Aus-bauchung, zeigt 24 durch Stege getrennteHohlfurchen und ist durch ein Voluten-kapitell bekrönt, welches durch Bemalnngvollendet wurde. Die Basis zeigt in derRegel einen oberen und unteren Pfühl undeine Einziehung dazwischen, entweder aufeiner viereckigen Plinthe oder ohne diese,wie es die attisch-ionischen Denkmäler zeigen.Gelegentlich kommen menschliche Figurenals Freistützen vor. Auf den in Streifengeteilten Architrav folgt ein glatter oderskalpierter Fries, hinter dem die Decken-balken liegen. Das Kranzgesims bestehtaus der nnterschnittenen Hängeplatte miteiner Echinosleiste darunter und einemKarnies mit Perlstab darüber. An denkleinasiatischen Monumenten schiebt sichzwischen Hängeplatte und Fries das Zahn-schnittband ein. Figurenschmuck der Giebel und Akroterien sind an den ionischen Tempel-resten nicht erhalten.
Zu den Monumenten attisch-ionischenStiles gehören der Tempel der NikeApteros und das Erechtheion auf derBurg zu Athen . Der Niketempel, einkleiner viersänliger Amphiprostylos ausMarmor, zeigt noch die gemalten Orna-mente der Architrave, Antenkapitelle, Ge-simse und Kassetten. Der Fries ist mit Reliefsignren geschmückt. Das Erechtheion, derwichtigste attisch-ionische Bau, ist merkwürdig durch seine bedeutende Gruppierung unddie Lage in verschiedenen Ebenen. Es ist wieder ein Marmorbau. Nach Osten liegteine sechssäulige Vorhalle, gegen Westen schließt der Bau mit vier Halbsäulen zwischenEckpfeilern, während die Mauer mit Fenstern durchbrochen ist. Am westlichen Ende derNordseite befindet sich eine tieferliegende große Vorhalle mit vier Säulen Front und zweiSäulen Tiefe vor einer schönen Thür, welche durch eine Umrahmung und eine aus Kon-solen ruhende Bekrönnng ausgezeichnet ist. Die Südseite steht mit der östlichen Vorhalleauf gleicher Höhe und zeigt als Anbau die Karyatidenhalle. Das Innere des Hauptbaues
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