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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Romanische Bauwerke in Deutschland .

Die Umwandelung der altgermanischen Wallburg in die mittelalterliche Ritterburggeht bis auf die karolingischen Zeiten zurück. Die im Berglande gelegenen ältesten Burg-anlagen bestanden oft mir aus einem die Bergkuppe umgebenden Mauerring und einerstarken Schildmauer aus großen Buckelquadern an der Angriffsseite oder Kehle. DieRitterwohnung mochte damals noch aus blockhausähnlichen Bauten bestehen. Die Schild-mauer, als Hauptverteidigungsmittel, trug einen Wehrgang, der aus einer mit Schieß-lnken versehenen Brnstmaner und der durch ein Dach geschützten Verbindungsgaleriebestand. Die Burgen in der Ebene erhielten gleich anfangs in der Mitte der Umfriedigung,und zwar an möglichst hoher Stelle gelegen, den Turmbau; derselbe war im Grundrißviereckig oder rund, und seine Jnnenräume wurden gewöhnlich nicht zu Wohnzwecken benutzt.Der Turm ist an der nach außen gekehrten Seite mit Buckelquadern verkleidet, währenddie Innenseite glatt bearbeitete Quadern zeigt. Die abschließende Plattform war mitZinnen umgeben, die meist auf einem auskragenden Gesims ruhten. Da über der Platt-form die Wächterwohnung lag, so erhielten die Türme hohe Spitzdächer. Der Eingangdes Turmes lag nach der Hofseite 12—15 in über dem Boden und mußte mittels einerLeiter erstiegen werden. Die Ritterwohnung mit dem Palas oder Saalban ist anfangsstets rückwärts an die Schildmauer angelehnt, später rückt dieselbe öfter an die Thal-seite. Das Erdgeschoß derselben enthielt die Küche und die Vorratsränme; im erstenOberstock lag der Rittersaal und im zweiten die Schlafräume, die Kemnaten. Der Zuganggeschah von der Außenseite, anfangs durch eine Holztreppe, später durch eine steinerneWendeltreppe, welche einen eignen turmartigen Anbau ausmachte. Die Burgkapelle befandsich im Ritterhause selbst oder in einem unmittelbar verbundenen Anbau. Meist warnur das Erdgeschoß des Palas in Steinbau, die Obergeschosse in Holzziegelbau ausgeführt.Als Deckmaterial des steilen Daches dienten Hohlziegel. Die Ringmauer, oinAnIa, schloßin Verbindung mit der Schildmauer den inneren Burghof und war mit einem bedecktenWehrgange bekrönt. Das Hcmptthor stand in Verbindung mit der Zugbrücke und wurdevon einem Turme flankiert. Über dem Thor befand sich öfter eine große Senkscharte, diesogenannte Pechnase. Vor der hohen Ringmauer lag ein wieder durch Mauer und Grabengeschützter freier Raum, der Zwinger , in dem die Besatzungsmannschaft untergebracht werdenkonnte. Die Burgruinen von Wertheim, Stadtprozelten, Collenberg , Frendenberg und Milten-berg in Franken geben noch vortreffliche Bilder der Gesamtanlage. Von den eigentlichenPalasbauten sind nur spärliche Reste in unveränderter Form erhalten. Der ältere Palaszu Münzenberg , in der Weiterem, zeigt Saalanlagen in zwei Geschossen übereinander.Zur unteren Thür führte eine steinerne Freitreppe, während die obere Thür nur durcheine Holztreppe von außen erreichbar gewesen sein kann. Die Jnnenräume waren mitHolzbalken überdeckt, und ebenso dienten Überlagshölzer zur Abdeckung der tiefen Fenster-nischen. Der Kaiserpalas zu Gelnhausen zeigt in der Kaminwand des unteren Saalesein bemerkenswertes Stück romanischer Innenarchitektur. Die Flächenverzierungen derWand erinnern an nordische Bandgeschlinge.

Bei den Stadthäusern macht sich ein Anklang an den Saal des Palasbauesbemerkbar, der sich äußerlich durch die Anlage der Gruppenfenster ankündigt. Ein Burg-haus in Metz mit Zinnen und einem Ecktnrm zeigt in den Obergeschossen noch die un-veränderten Fenster. Das erhaltene Wohnhaus der Familie Overstolz zu Köln , dassogenannte Templerhaus, besaß vermutlich ursprünglich ein geschlossenes Untergeschoß.Dauernd charakteristisch für das Stadthaus ist die Anwendung des Treppengiebels nachder Straße. Bis zum 11. Jahrhundert war der Holzbau herrschend und blieb immer inÜbung, und zwar in der Form des Riegelbaues. Balken werden in wagerechter undsenkrechter Lage vermittelst der Riegel zu netzartigen Wänden verbunden. Die sich er-gebenden Fächer werden mit Brettern, mit Flechtwerk und Lehm oder mit Mauerwerkgeschlossen. Erhalten ist allerdings nichts von den Holzbauten der romanischen Periode.

Für die Arbeiten in Edelmetall gab es in dieser Periode gewisse Fabrikationsorte,die sich an die Hauptbischofssipe in Mainz, Hildesheim, Trier und Köln knüpften. Die inHildesheini, Trier und Köln in der Zeit Ottos II. entstandenen Goldarbeiten mit Emaille-schmuck weisen auf byzantinische Vorbilder hin. Steinmosaikfußboden, sowie Plattenmvsaikenaus glasierten Thonplatten haben sich mehrfach erhalten. Die Glasmalerei kommt im