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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Baukunst: Romanische Epoche des Mittelalters. -

l l. Jahrhundert in Deutschland in Aufnahme. Jede Glastafel zeigt nur eine Farbe, dieTafeln sind durch Bleistreifen verbunden; die Übermalung geschieht mit Schwarzlot. In derKomposition der Fenster zeigt sich ein gemusterter Grund mit Pflanzenornament und einzelnenfigürlichen Medaillons. Die Schattierung ist braun, die verhältnismäßig seltenen Farben sindGelb, Blau, Rot und Grün. In den gewebten Stoffen dieser Zeit sind die orientalischen Vor-bilder nicht zu verkennen.

Die Schweiz hat keine eigne Schule gebildet; in einem Teile derselben überwiegtder deutsche, in einem andern Teile der französische Einfluß. Die Kirchen von Romain-Mortier und St. Pierre zu Clages zeigen eine rohe Ornamentskulptur, antikisierend iinBlattwerk und den Volutenkapitellen, im Figürlichen roh-phantastisch. Das Münster zuBasel und das zu Zürich stehen im Bezug zu elsässischen Bauten, namentlich was dieSkulpturen anbelangt.

Die jetzigen Niederlande, einschließlich Lothringens , in der romanischen PeriodeNieder- und Oberlothringen genannt, unterliegen den wechselnden deutschen und fran-zösischen Einflüssen. Zunächst werden karolingische Bauten nachgeahmt, dann erscheint einRomanismus fast ganz ohne ornamentale Details, wie an St. Vincent in Soignes undan St. Dionys in Lüttich . Im 12. Jahrhundert kommen reicher geschmückte Bauten vor,wie die Liebfrauenkirche Ruremonde . Die niederländischen Miniaturen zeigen sehr frühein realistisches Bestreben, namentlich in der Gewohnheit, den biblischen Personen dasKostüm der Gegenwart zu geben. Die niederländischen Gußwerke in Metall werdengeschätzt, besonders die aus der Gießerschule von Dinant hervorgehenden.

England besitzt in Alfred dem Großen, im 9. Jahrhundert, den glanzvollen Ver-treter des Angelsachsentums und Förderer der Kunst. Irland zeigt in den Buchmalereieneinen Bezug zu England, während Schottland noch gar nicht in Betracht kommt. Deraltsächsische Holzbau aus großen Stämmen dauert noch lange fort und verpflanzt seineFormen auf den Steinbau. Das Mauerwerk der angelsächsischen Bauten ist unregel-mäßig und wird, in der Erinnerung an die Holzbauten, durch lange und schmale Rippenvon Haustein verbunden. Der Turm zu Carls Barton in Northamptonshire bietet dasvollständigste Beispiel dieser Art. Von Skulptur findet sich an diesen Bauten keine Spur.Nach der Eroberung Englands durch die Normannen waren normannische Geistliche dieersten Baumeister, nahmen aber bald englische Eigentümlichkeiten an, namentlich behieltendie Kirchen ihre flachen Holzdecken. Die Kathedralen von Peterborough, Canterbury undNorwich zeigen den normannisch-sächsischen Stil, bewahren aber als Eigentümlichkeitendes Grundrisses den stark erweiterten Chor und den geraden Chorschluß. Im Aufbauergibt sich ein Langhaus mit niedrigen und meist schmalen Seitenschiffen, ein Krenzschiff, einChor mit einer Vorlage mit halbkreisförmigein oder geradein Abschluß und kleinen Nischenauf der Ostseite des Kreuzes; bei bedeutenden Kirchen ist auch eine Krypta vorhanden.Die Pfeiler im Innern der Schiffe sind dick und werden als Rundsänlen oder viereckigin Verbindung mit Halbsäulen gebildet. Über den Seitenschiffen befindet sich durchwegeine Empore von großer Höhe. Die Krypta und die Seitenschiffe, auch wohl der Chor,waren mit Kreuzgewölben überdeckt, jedoch blieb im Mittelschiff die Holzdecke. DasÄußere der englischen Kirchen ist von derber gewaltiger Wirkung, obgleich Westtürme nichtallgemein vorkommen; dagegen fehlt selten der massige, reich geschmückte Viernngstnrm.Die harte, zackige Ornamentik des normannisch-sächsischen Stiles entsprach offenbar derEmpfindungsweise beider Völker, jedoch scheint die beliebte Dnrchflechtung der Rundbogeneine speziell sächsische Eigentümlichkeit zu sein. Die Kapitelle der inneren Pfeiler gebensich durch Eckvoluten und mittleren Vorsprung als Ableitungen von der korinthischen Formkund; häufig kommen auch gefaltete Würfelkapitelle vor. Die übrige Ornamentik bestehtin den Zickzacks und diamantierten Streifen der Archivolten, den Rauten, Sternen,Schuppen und verbundenen Kreisen der Bogenfelder.

In Irland wurden noch bis in das 12. Jahrhundert hinein Kirchen aus Holzerrichtet; doch kam gleichzeitig der Steinbau in Anwendung. Rundbauten aus Stein, inentlegenen Gegenden der Insel, scheinen sogar noch der heidnischen Zeit anzugehören.Allmählich gewann der normannisch-sächsische Stil Einfluß, konnte aber die irischen Eigen-tümlichkeiten nicht ganz verdrängen. Die Kirchen zu Glendalough, Clonmacnoise, Killaloe,