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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Romanische Bauwerke in Italien .

Bauten. Das Innere desselben bildet ein dreischiffiges Langhaus ohne Emporen; dieSeitenschiffe sind mit Kreuzgewölben, das Mittelschiff mit flacher Decke abgeschlossen.Hieran schließt sich ein weit ausladendes Krenzschiff und eine große Apsis. Bemerkens-wert ist die Fassade, welche durch ein mit Zahnschnitten, Eierstäben, Konsolen und Tier-gestalten verziertes Gesims horizontal geteilt wird. Das untere Geschoß ist mit schlankenArkaden besetzt, in vielfarbiger Marmorinkrnstierung, während das Obergeschoß aus einerglatten Wand besteht, die mit einer großen Fensterrose geschmückt ist. Der Dom zu Mol-setta besitzt drei Kuppeln, die über der Vierung ruht auf Pendentifs, während die beidenandern in lombardischer Art auf übereckgestellten Bogen ansetzen. An der Fassade zeigensich die in normannisch-sizilischer Art durchkreuzten Bogen. Anklänge an das maurisch-sizilische Element finden sich häufiger an der Westküste der Terra di Lavoro. Das Reichstedieser Art bietet die Kathedrale zu Caserta vecchia. Das Langhaus derselben bildet einegewöhnliche Basilika, aber am Kreuzschiffe kommen schmale Fenster mit hufeisenartigcrErweiterung und im Giebel der Fassade, sowie an dem Glockenturm die sich durch-schneidenden Bogen vor. Bor allem ist die Kuppel bemerkenswert, die sich über derVierung erhebt. Das Innere derselben erhält durch Rippen eine muschelartige Gestalt,und das Äußere ist durch zwei Ringe Arkaden mit sich durchschneidenden Bogen, buntausgelegten Friesen, Rosetten und schachbrettartigen Mustern überreich verziert. —

Der unmittelbare byzantinische Einfluß findet sich an den Erzwerken wieder, nament-lich an den sämtlich von der Familie Pantaleone in Amalfi gestifteten fünf Erzthüren,welche sich im Dom zu Amalfi, in der Kirche zu Monte Cassino, in St. Paul in Rom ,in der Kirche Monte S. Angelo und in der Kirche S. Salvatore zu Atrani befinden.Die Thüren zeigen gravierte, durch Silber oder Farbe ausgeführte, figürliche Darstellungen,sowie symbolische Ornamentik in Umrissen. Unter der normannischen Herrschaft dauertefür Erzwerke und Mosaiken der byzantinische Einfluß fort, und erst allmählich machensich original-italienische Versuche geltend. Die silberne Lichtkrone mit zwölf Türmen inAmalfi kann als dahin gehörig betrachtet werden. Im 12. Jahrhundert erscheinen einige-mal nordische Einflüsse: so in den Thüren der Grabkapelle Bohemunds zu Canosa unddes Domes zu Troja. Im Friese an S. Niccolö zu Bari und an einer Erzthür zuCanosa sind vereinzelt maurische Einwirkungen nachzuweisen. Im 13. Jahrhundertkommt einigemal die französische Gotik in den Cistercienscrbauten zum Vorschein, bleibtaber ohne Nachfolge. Die Marmorstatue Friedrichs II. am römischen Thore zu Capua ist in enger Anlehnung an die sitzenden römischen Kaiserbilder ausgeführt. Auch dieMünzen Friedrichs sind antikisierend gehalten.

Sizilien kommt im 9. Jahrhundert unter die Herrschaft der Araber, und es findethier eine Mischung des byzantinischen und maurischen Stiles statt. Durch die im 11. Jahr-hundert aufkommende Herrschaft der Normannen wird dieser Mischstil nur wenig beein-flußt. Der Spitzbogen war schon von den Arabern eingeführt und wurde von den Nor-mannen übernommen, ohne daß an eine Vorbereitung der Gotik zu denken wäre. DieKathedrale von Messina zeigt eine hufeisenartige Schwingung der Rundbogen, die Fensterder Apsiden sind mit kleinen Säulen besetzt und mit Zickzacklinien eingefaßt. Die Ostseiteschließt mit drei Apsiden, und die Säulenreihen des Innern ziehen sich auch auf der West-seite herum. Der offene Dachstuhl des Domes ist noch einer der wenigen erhaltenen. Ander Kirche del Carcere zu Catania befindet sich ein aus der Kathedrale dorthin versetztesPortal mit abendländischer Abschrägung und zurücktretenden Säulen, durch schachbrett-artige Muster und Zickzacklinien verziert, jedoch zeigt die Ausführung den südlichenCharakter. Die Schloßkapelle in Palermo gleicht im Grundriß den altchristlichen Säulcn-basiliken, doch sind alle Arkaden und Fenster spitzbogig überdeckt, und der Chor zeigt eineelliptische Kuppel; Seitenschiffe und Mittelschiff sind mit Holzdecken versehen. Die KircheLa Martorana zu Palermo hat wieder den Grundriß der römischen Basilika, nur tragendie vier letzten Säulen des Mittelschiffes einen Turm in byzantinischer Weise. Der Spitz-bogen ist überall zur Verwendung gekommen. Die Kathedrale von Cesaln besitzt ein un-vollständig ausgebildetes Kreuzschiff, welches wieder mit einer Kuppel überbaut ist. DieMosaiken in der Kathedrale von Cefaln, in der Capella Palatin« zu Palermo , in der