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Mohammedanisch-arabische Baukunst des Mittelalters.
Bauten in Westafrika sind zu wenig bekannt, in Sizilien ist nichts derart erhalten, mitAusnahme der unter normannischer Herrschaft entstandenen Bauwerke; dagegen bietetSpanien eine reiche Auswahl maurischer Denkmäler. Die Moschee zu Cordova ist inverschiedenen Bauperioden entstanden und dehnt sich endlich auf 19 Schiffe aus, welchein der Längsrichtung durch eine Unzahl von Säulen geteilt sind. Um eine größereRaumhöhe zu gewinnen, sind wieder Pfeiler auf die Säulen gestellt, die in der Längs-richtung durch zwei Bogen übereinander verbunden sind. Von den Bogen ist der unterehufeisenförmig, der andre im Halbkreise gebildet. Balkenlage und Dachstuhl lagen freifür das Auge. Der Dachstuhl war bemalt und vergoldet, die Wände waren mit Mosaikenbedeckt. Es finden sich Marmorfriese mit antikisierendem Rankenwerk, Kragsteine mitPalmetten und Eierstäben. Die jetzige Kapelle Villa Viciosa in der Moschee zu Cordovaenthält noch Reste maurischer Kunst, aus Kreisstücken zusammengesetzte, Phantastisch ge-schwungene Bogen und Flächenverziernngen aus gebrannten und glasierten Thonplatten.Die Giralda in Sevilla , ein Treppenturm mit Reitschnecke, vielleicht ein Minaret, zeigtFelderteilungen des Äußern, aus Zusammensetzungen geschliffener Ziegeln und Azulejos(farbig glasierte Thonplatten) bestehend und zu Reliefornamenten vereinigt.
Vom Profanbau der Araber sind in Kairo einzelne alte Wohnhäuser erhalten,welche stets die altvrientalische Anlage der um einen Hof gruppierten Gemächer zeigen.Die Trennung in den Diwan, den öffentlichen Teil, den Harem, die Frauenwohnung, undden Khan, die Dienerwohnung, macht sich immer noch im Prinzip geltend, wenn auch diegeringeren Abmessungen des Hauses eine vollständige Absonderung dieser Teile nicht mehrzulassen. Der Hof enthält einen Brunnen, und der Hauptraum des Diwans, die Mandara,ist gewöhnlich durch die Durkä'a, einen mittleren, eine Stufe niedriger gelegenen miteinem Springbrunnen versehenen Abschnitt, in zwei Teile zerlegt. Die Hauptreste mau-rischen Palastbaues befinden sich in Spanien. Der Palast der Abbasiden in Sevilla ,der Alcazar , ist vielfach umgebaut; dagegen ist bedeutendes vom Königssitz der Nassridenzu Granada erhalten. Der oberhalb der Alhambra gelegene Palast Generalife ist starkverwüstet, aber die Alhambra selbst, ein Palastban aus roten Ziegeln und Bruchsteinenmit reicher Stnckverkleidnng der inneren Wände, gibt noch heute ein überraschend Pracht-volles Bild maurischer Dekorationskunst. Die Räume des Schlosses gruppieren sich umzwei Haupthöfe, den Patio de la Alberca mit dem großen Wasserbecken und den Löwenhof,letzterer nach dem von Löwen getragenen Marmorbecken so genannt. Hinter dem erstenHofe liegt der Comaresturm, einen Knppelraum, den Saal der Gesandten, enthaltend.Der nördliche, an den Löwenhof stoßende Raum, der Saal der zwei Schwestern, gehtnach oben in ein Achteck und eine von Fenstern durchbrochene Stalaktitenkuppel über;außerdem sind noch eine Reihe reichdekorierter Räume vorhanden. Die Säulen derAlhambra haben Kapitelle in Würfelform, und über denselben folgen hochgestelzte Rund-bogen, die mit Stuckverziernngen in Zickzackform besetzt sind. Die Sockelbekleidung derSäle wird von glasierten Thonplatten, Azulejos, gebildet, während die Holzgewölbe derKuppeln wieder mit Stalaktitenformen in Stuck besetzt sind. Der Stuck ist durchweg reichpolychromisch behandelt, und es kommen Menschen- und Tierfiguren in der Dekorationvor. Einzelne Deckenbilder sind auf Goldgrund gemalt und stellen im Stile der Buch-malereien höfisches Leben und Jagdabenteuer vor. Das Ornament zeigt verschiedenePläne; zunächst treten die Hanptzüge in großen Linien hervor, durch ein leichtes Reliefunterstützt, dann unterscheidet man eine Fülle kleinerer Ornamentmotive, welche in diegroßen Teile eingeschrieben sind. Zu den wichtigen Profanbauten der Araber gehörendie Bäder, welche wieder aus einem von Gemächern umgebenen Hofe mit einem Brunnenbestehen. Ein überwölbter Raum dient zum Schwitzen; daneben sind kleinere Badezellen,Räume zur Unterhaltung, die Diwans, und andres vorhanden. Die Lehranstalten,Medresehs, soweit sie nicht mit der Moschee verbunden sind, bilden wieder einen mitArkaden umgebenen Hof, an den sich die Wohnungen der Professoren und Studierenden,sowie die Hörsäle meist in mehreren Stockwerken anschließen. In Granada haben sichReste eines Spitales erhalten; auf Pfeilern ruhende Gebäude schließen einen rechteckigenHof ein, während ein gleichfalls mehrgeschossiger rechteckiger Bau die Mitte einnimmt.