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Baukunst: Epoche der Früh- und Hochrenaissance.
In Norddeutschland werden infolge der Reformation eine Anzahl protestantischerSchloßkapellen erbaut, meist von reicher Durchbildung des Innern. Die älteste ist dieSchloßkapelle von Torgau , in Form eines Saales mit Emporen. Die Schloßkapelle derAugustusburg im Erzgebirge darf in dieser Zeit als die architektonisch vollendetste Aus-bildung des Systems gelten. Die gewaltigste kirchliche Schöpfung der deutschen Renaissanceist die katholische St. Michaelskirche zu München . Sie hat kein unmittelbares Vorbild inItalien , obgleich der Grundriß durch seine kolossale Mittelschiffsbreite mit dem Gesa inRom zusammenhängt. Das Mittelschiff ist mit einem Tonnengewölbe überdeckt; die
Vierung ist nicht ausgebildetund die Querschiffe nicht zuvoller Bedeutung gebracht.Das Äußere zeigt die Formender Deutschrenaissance.
In der Schweiz erhältdie Renaissance fast durchwegeinen stark italienischen Cha-rakter. Ein Portal ain kleinenRathause in Basel und derRittersche Palast in Luzern zeigen die Formen der ita-lienischen Hochrenaissance.
Polen hat als erstesBeispiel der Renaissance dasGrabmal Kasimirs im Domzu Krakau auszuweisen.
Die figürliche Skulp-tur der Deutschreuaissancekommt am besten an denGrabmälern zum Ausdruck.Das Sebaldusgrabmal in derSt. Sebalduskirche zu Nürn-berg ist aus der VischerschenGießhütte hervorgegangen undgehört zu den hervorragendstenWerken, es gibt in mittelalter-licher Weife den Sarkophagunter einem Baldachin stehend.Von Labeuwolf rührt derBrunnen im Hofe des Rat-hauses her und die Genrefigurdes Gänsemannchens auf demMarkte in Nürnberg . Als einPrachtstück der seltenen deut-schen Marmorskulptnr kannder Kamin im Heidelberger Schlosse gelten, welcher, sichjetzt im Ruprechtsbau befindet,derselbe ist wohl das Werk
eines Italieners. Holztnselungen in reicher Ausführung sind in größerer Zahl erhalten, in denPatrizierhäusern Nürnbergs, im Ralhause zu Rothenburg a. d. Tauber und besonders hervor-ragend im Kapitelsanle zu Münster .
Die deutsche Malerei erreicht in dieser Periode einen Höhepunkt durch die großen MeisterAlbrecht Dürer und Haus Halb ein d. I. Dürer geht nach wiederholtem Aufenthalte in Italien zur Renaissance über und malt seine berühmten Bilder der Neifeperiode, von denen das Rosen-kranzfest das erste ist. Lukas Cranach überträgt die fränkische Schule nach Sachsen und bringt dieAnmut zur Geltung. HanS Holdem durchläuft in seiner Ornamentik bereits alle Stadien derRenaissance bis zur Spätreuaissance. Holbeins Fassadenmalereien sind berühmt, sie geben einephantastische Architektur mit Figuren, ganz abweichend von der italienischen Art. Die malerischenInnendekorationen der neuen Residenz in Landshut scheinen von Schülern Giulio Romanosberzurühren und lassen das Mythologische vorherrschen. Im Fuggerhause zu Augsburg ist die