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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Bauwerke der Spätrenaisscmce in Italien .

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XII. Die Spätrenaissance.

Ganz allgemein genommen bedeutet die Epoche der Spätrenaissance die Herr-schaft des malerischen Prinzips auf allen Gebieten der Kunst. In der Baukunst wird aufdie Wirkung im Großen hingearbeitet, auf malerische Silhouetten und auf kräftige Kon-traste zwischen Licht und Schatten, endlich auf erhöhte perspektivische Raumwirkung. Esergibt sich in der That ein neuer stilistischer Ausdruck für die geistige Richtung der Zeit.Wieder entwickelt sich die Spätrenaissance in Italien , aber sie verbreitet sich rasch über alleandern europäischen Länder, in denen sie nun einen bereits vorbereiteten Boden vorfindet.In der langen, bis heute fortdauernden Entwickelung der Spätrenaissance lassen sicheinzelne Abschnitte unterscheiden, und nur der erste Abschnitt, der für Italien das Ringen

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nach Befreiung aus den Fesseln der Antike und für die westeuropäischen Länder dieNationalisierung der Renaissance bedeutet, soll hier speziell als Spätrenaissance bezeichnetwerden, während die folgenden Abschnitte, mit dem Barock beginnend, für sich behandeltwerden sollen.

Die Stilveränderung in Italien macht sich in dem kühnen Beginnen geltend, diekünstlerischen Aufgaben allein aus ihren innerlichen Bedingungen zu lösen, ohne Rücksichtauf die Regeln der Antike. Ins Leben gerufen wird diese Richtung wesentlich durch diegigantische Arbeit eines Mannes, des großen Florentiners Michelangelo Buonarroti .In der Skulptur-und Malerei gibt es nach ihm kaum ein Werk, das nicht von seinerAuffassungsweise beeinflußt wäre, dagegen kommt der Stil Michelangelos in der Baukunsterst in der nächsten Periode voll zur Geltung. Neben ihm stehen die großen ArchitektenVignola und Palladio, welche sich zwar immer noch an die Regeln des Vitruv halten, aberzum Unterschiede von der Richtung der Hochrenaissance mit einer gewissen Freiheit inder Anwendung derselben. Michelangelo schuf die Bildhauerarchitektur als eine Gattung,der wir später noch an hervorragenden Werken begegnen werden. Dieselbe zeichnet sichdurch frei erfundene Verhältnisse, durch mächtige plastische Herausarbeitung von Licht-

Das Buch der Erfind. I-