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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Bauwerke in Deutschland .

Hochschule die italienische Renaissance wieder in München ein. Hügel geht bereits znmBarock und zur Dentschrenaissance über. Dollmann ist der Erbauer der für König Ludwig II. ausgeführten Schlösser, des Lindcrhofs, Neuschwansteins und Herrenchiemsees; das letztereist nach dem Muster von Versailles eingerichtet.

An der Wiener Akademie hatte Peter Nobile ein gründliches Studium der Antikeund der Hochrenaissance eingeführt; Rösner vertrat dann als Lehrer und Architekt einenhalb griechischen, halb romanischen Mischstil. Sein bestes Werk ist die Kathedrale inVerbindung mit Seminar und bischöflichem Palast zu Diakowar in Slawonien . Die vonSprenger begonnene Altlerchenfelder Kirche wurde durch Müller fortgesetzt, der eine Ver-schmelzung der mittelalterlich florentinischen Kunst mit deutschen Ideen herbeiführen wollte.Eine eigentliche Renaissance erhielt Wien erst durch die Architekten Siccardsburg , van derNüll und Hansen. Der Arsenalbau in Wien gab den genannten drei Meistern Gelegenheitzur Bethätigung ihres Könnens, was allerdings zunächst wieder in antikisierend romanischenStilformen geschah. Am Haasschen Warenhaus und am Palais Larisch in Wien lenktenNull und Siccardsburg endlich in die Bahnen einer malerisch behandelten Hochrenaissanceein. Das Hauptwerk beider Meister ist der Bau des Wiener Opernhauses in Renaissance-formen mit gelegentlich sehr frei behandeltem Detail. Die Grundgestaltung des Opern-hauses hob die Teilung der Baumassen im Bühnenhaus und Znschauerraum entschiedenhervor und entwickelte das Stiegenhaus zu wahrhaft monumentaler Schönheit; zugleichentfaltete sich in den Foyers eine vorher bei Theaterbanten unerhörte Pracht. Hansenist der Vertreter der hellenistischen Renaissance; er arbeitet zunächst im Verein mit Förster,von dem der Stadterweiterungsplan für Wien und besonders die Anlage der später sobedeutend gewordenen Ringstraße herrührt. Hansen erbaute das Palais für den ErzherzogWilhelm, für Todesco, für EpPstein, das Gebäude für die Gesellschaft der Musikfreunde unddie Zinshansgruppe des Heinrichshofs für Dräsche. In späterer Zeit wird Hansen immerstärker hellenistisch und läßt, wie im Herrenhause zu Wien , den Ausdruck für das moderneBedürfnis einigermaßen vermissen. Sein Musenmsbau in Wien zeigt auf einer kolossalenTerrasse zwei Flügelgebäude, die an der Hinterfront durch einen schmalen Trakt verbundensind, dessen Mitte ein ionischer Tempel bildet. Von Romano und Schwendenwein rührtdas Sinasche Haus, von Romano allein das Adclskasino in Wien her. Weber erbautin guter italienischer Renaissance das Künstlerhans daselbst. Ferstel erhielt infolge einesWettbewerbes den Bau der Votivkirche in Wien , einer zweitürmigen Kathedrale imfranzösisch-frühgotischen Stil. Ferstels Entwurf zur Nationalbank in Wie» zeigt romanischeMotive mit italienischer Frührenaissance gemischt. In seinen Palastbauten für den Erz-herzog Ludwig Victor, dem Wertheimschen und Ofenheimschen Palais geht Ferstel zuritalienischen Hochrenaissance über. Derselbe Architekt schuf in seinem Museum für Kunstund Industrie in Wien einen Ziegelrohbau mit Terrakotten in Renaissanceformen. KarlTietz erbaute eine Anzahl Paläste und Wohnhäuser, anfangs in den Formen der BerlinerSchule, später in Anlehnung an Hansen.

In Stuttgart herrschte noch länger die französisch-antikisierende Richtung. Knapplieferte in dieser Art den Entwurf zum Königsbau; Zanth war ein begeisterter Hellenist,führte aber zunächst die Villa Wilhelma bei Cannstadt für den König im maurischen Stilaus, mit einer prachtvollen Ausstattung des Innern. Die moderne bauliche EntwickelungStuttgarts beginnt mit Leins, der den Königsbau in antikisierenden Stilformen zurAusführung brachte. In späteren Wohnhausbauten verwendete Leins mit Vorliebe dieFormen der italienischen Hochrenaissance. In der Villa Berg , für den Kronprinzen, hatderselbe die malerisch komponierten Fassaden in glücklichster Weise mit der landschaftlichenUmgebung in Verbindung gesetzt. Bäumer und Wagner schlössen sich in ihren Wohn-hausbauten in Stuttgart enger an die Franzosen an, kamen aber zu keiner entschiedenenStilrichtung. Walter hielt an der Schinkelschen Renaissance fest und ging erst in derVilla Clason zur Deutschrenaissance über. Karl Beisbarth baute in italienischer Re-naissance das Palais Bohnenberger und Villa Sigle. Egle hat eine Anzahl Privat-bauten in französischer Renaissance geschaffen, das Polytechnikum jedoch in italienischerHochrenaissance und die Marienkirche in Stuttgart im frühgotischen Stil. Gnauth