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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Wohnhausbau: Das deutsche Bauernhaus. Z13

arten von größerer oder geringerer Verschiedenheit der Anlage abgezweigt. Zu den Abartendes fränkisch-alamannischen Hauses gehören das Schweizerhaus und das Schwarzwald-haus . Das letztere enthält in einem ummauerten Erdgeschoß die Viehställe, darüber in einemFachwerksgeschoß die Wohnräume, bisweilen auch noch Ställe, und im Dachraume Kornspeicherund Vorratskammern. Der Giebel des Hauses öffnet sich nach außen durch eine vorgekragte,mit einem Schutzdach versehene Galerie. Das Alpenhaus, von ähnlicher Gesamtanlage, zeichnetsich durch Seitenlauben aus, auf welche die Vortreppen münden, außerdem durch kunstvolleHolzschnitzereien und ein Dach von flachem Neigungswinkel. Einen weiteren Schmuck des Hausesbilden die oft vorkommenden Turmhäuschen über der Mitte des Daches. — Das Hauptgeschoßdes Schweizerhauses bildet im Grundriß in der Regel einen zweigeteilten Raum, hinterdem sich in ganzer Länge der Hausgang hinzieht, gleichzeitig Flur und Küche bildend. — Zuden Abarten des sächsischen Hauses gehört das friesische, an welchem das die Wohnräume

2L7, Eidcrstrdtrr Hruberg.

enthaltende Hinterhaus als besonderer Querbau und meist zweistöckig auftritt. In einer andernForm des friesischen Hauses ist Stall- und Scheunengebäude gesondert, jedoch Wand an Wanderrichtet, jedes unter einem besonderen Dache und mit dem dahinterstehenden Wohnhause durcheinen Querbau verbunden. Es sind also bei dieser Anlage vier Häuser mit besonderen Dächernzu einem Ganzen verbunden. Diese in Ostsriesland vorkommenden Häuser sind massiv ausZiegeln erbaut und mit Graben und Hecke umgeben. Eine dritte Art des friesischen Hausesbilden die sogenannten „Heuberge", wie sie am Jadebusen und an der Wesermündung vor-kommen. Das Gebäude umschließt ein großes Quadrat, in dessen Mitte ein viereckiger Raum,der sogenannte „Vierkant", liegt. An den Seiten des als Scheune dienenden Vierkants liegenWohnung, Stallung und Tenne,jedoch so, daß die Wohnräume dieganze Vorderfront einnehmen. Überdem mächtigen Ganzen erhebt sichein hohes, abgewalmtes Satteldach.

Der sächsische Haustypus hat sichbis nach Nordschleswig hinein-geschoben, trifft jedoch hier mit demdänischen Haustypus zusammen, dermit dem früher geschilderten alt-norwegischen Hause in Zusammen-hang steht.

Die beiden Hauptarten desdeutschen Hauses, die oberdeutscheund die niederdeutsche, dringen mitden deutschen Einwanderern des 12.und 13. Jahrhunderts nach Ostenm die slawisierten Provinzen vorDas Buch der Erfind. I.

2IS. Grundriß des Eidrrstrdter Arubrrgs.

L Vierkant, b Langboos. a Querboos id u. o Ställe enthaltend), <r Kuhställe,s Jungviehställe, k Pferdestall, z Ochsenstall. k Schweinekoben, iLohdiele iDresch-tenne), k Hmlerdiele, I Wandverschläge mit den Volksbetten.