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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Wohnhausbau: Herrenhäuser und Schloßanlageu.

des Treppenhauses und Vestibules aus Formsteinen hergestellt; selbst in den Zimmernsind dieselben Teile, die Nischen und Gesimse, in unverputztem Backsteinban gehalten. Esfehlt aber auch nicht an reicher Malerei ornamentalen und figürlichen Inhalts. — EinLandhaus für St. Magnus bei Bremen lieferten Reimer und Körte in Berlin inmalerischer Gruppierung mit Ziegelfassaden und steilen Dächern. — Ein Landhaus inPalaras im südlichen Frankreich , von L. Carlier ausgeführt, zeigt in der Anlage deroffenen Loggien und zahlreichen Terrassen den Einfluß des milden Klimas. Im Erd-geschoß liegt in der Mitte des symmetrisch entwickelten Grundrisses der Salon mit einerLoggia. An diesen Hauptraum stößt einerseits das Speisezimmer und der Anrichteraum,anderseits das Schlafzimmer und das Toilettenzimmer. Küche und Wirtschaftsräumeliegen im Souterrain. Im oberen Geschoß befinden sich vier Schlafzimmer. Die Außen-architektur aus Quadern in Verbindung mit Terrakottaornamenten ist in den Formen derRenaissance gehalten. — Bei der von F. Marjoux in St. Remo in Italien erbauten Villazeigt der unsymmetrisch gruppierte Grundriß des Erdgeschosses eine geschickt durchgeführteTrennung der Wohn- und Wirtschaftsräume. Salon und Speisezimmer können durcheine breite Schiebethür zu einem Raume zusammengezogen werden, und das Speisezimmersteht durch ein Büffett unmittelbar mit der Küche in Verbindung. Im oberen Geschossehat jedes der Hauptschlafzimmer ein anstoßendes Toilettenzimmer. Im Obergeschoßbefindet sich auch das Arbeitszimmer des Herrn. Das Äußere des Baues erscheint inschlichten Renaissanceformen, wobei Ziegel und Haustein streifenweise wechseln. — Daskleine englische Herrenhaus Hatfieldhouse, Wandsworth, von Gebrüder Lee und Painerbaut, enthält im Keller die Wirtschaftsräume, im Erdgeschoß die Halle und die Gesell-schaftsräume, im Obergeschoß die Schlaf-, Ankleide- und Badezimmer. Die Fassaden sindgotisch stilisiert und bestehen aus weißen Ziegeln mit roten, eingelegten Schichten, währenddie Säulchen der Fenster aus Gußeisen, die der Eintrittshalle aus rotem Granit hergestelltsind. — Eine Villa in Kairo , von H. Frantz-Bei ausgeführt, ist den orientalischenVerhältnissen angepaßt. Den Mittelpunkt bildet ein Saal mit Springbrunnen; das Erd-geschoß enthält außerdem den Diwan, die öffentlichen Empfangs- und Herrenzimmer,während der Harem, die Franenwohnung, im Obergeschoß untergebracht ist. Als Warte-raum für Fremde und Wohnung für die höhere Dienerschaft ist im Park ein abgetrenntesGebäude errichtet. Das Äußere der Villa ist in modernisiert-maurischen Formen gehalten.

Der Bauart der ländlichen Villen schließt sich die Hauptanlage der Herrenhäuserund Schloßanlagen auf den großen Landgütern ohne weiteres an; der Unterschied liegtnur in der größeren Ausdehnung der Landschlösser. Indes führt der gelegentliche moderni-sierte Umbau alter Rittersitze bisweilen zu reizvollen, durch malerische Gruppierung hervor-stechenden Anlagen. Ein vortreffliches Beispiel dieser Art bietet Schloß Boytzenburg inder Uckermark, welches durch Dofflein in der alten Technik, dem monumentalen Ziegel-putzbau, wiederhergestellt ist. Ähnlich ist der Neubau des Schlosses zu Garzau in derMark durch Ebe und Benda, mit besonderer Berücksichtigung der Verbindung des Haupt-geschosses mit dem Park mittels einer aufwandvollen Freitreppenanlage, ausgeführt. Einenglisches Herrenhaus von bedeutendem Umfange gibt Wykehurst in Sussex, von M. Barryim malerischen Stile der französischen Frührenaissance erbaut. Die im Souterrain unter-gebrachten Wirtschaftsräume sind feuersicher überwölbt. Die Halle im Erdgeschoß, inunmittelbarer Verbindung mit einer prächtigen Haupttreppe, bildet einen stattlichen Raum,un den sich die Gesellschaftszimmer anschließen. Im oberen Geschosse liegen Wohn-,schlaf-, Bade- und Ankleidezimmer der Familie, während die Schlafzimmer der Kinderund der Dienerschaft im Dachgeschoß untergebracht sind. Das Haus wird durch eineunter der Halle liegende Luftheizung erwärmt. Küche mit Nebenräumen und Spülküchelügen in einem Souterrain außerhalb des Hauses und werden durch Oberlicht erhellt.Die Hausteinarchitektur des Äußern erstreckt sich auch auf das Innere der Halle. — Dasgroßartige Schloß des Marquis Camden in der Nähe von Turnbridge Wells in Sussexist von D. Brandon im englischen Queen-Anna-Stil ausgeführt. Im Erdgeschoß fehltuicht die Halle; außerdem liegen in demselben die Gesellschaftsräume und die Wohnzimmer.Der erste Stock enthält acht Schlafzimmer, sechs Ankleidezimmer, Arbeitszimmer des Herrn,

Dcrs Buch der Ersind. I. 41