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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.

Straßenverkehr und sehen sehr unschön aus. Zu Gleichstromleitungen verwendet mauentweder isolierte Kabel oder blanke Kupferleitungen in abgedeckten Zementkanälen, welchenahe den Häusern unter den Bürgersteig gelegt werden. Zur Wechselstromtransfor-matorenanlage gebraucht man konzentrische Doppelkabel. Dünnere Kabel führen von denMuffen, welche in die Ausgleich- und Speiseleitungen eingesetzt werden, in die Grundstücke.

Zur Straßenbeleuchtung benutzt man fast allgemein Bogenlicht, seltener elektrischesGlühlicht. Die Bogenlampen werden in Höhe von 8 in und in Abständen von 40—60 inentweder an Ketten über der Mitte der Straße, oder seitlich an zierlichen schlanken Kande-labern aufgehängt. Besonders prächtig sind die Kandelaber auf dem Bahnhofsplatze inStraßburg i. E., welche je zwei seitliche Bogenlampen tragen, während der Schaft darüberhinaus als Fahnenmast, mit dem geflügelten Rade bekrönt, sich zu beträchtlicher Höhe erhebt.

Von zur Zeit noch nicht absehbarer Tragweite für die Zwecke der Beleuchtung kannsich die neuerdings verbilligte Herstellung des Acetylengases gestalten, welches mit derfünfzehnfachen Stärke des gewöhnlichen Leuchtgases brennt. Es entwickelt sich unter derEinwirkung von Wasser auf Calciumcarbid , welches seinerseits sich durch die Einwirkungder hohen Hitze des elektrischen Lichtbogens auf ein Gemisch von Kalk und Kohle bildet.Das immer wachsende Lichtbedürfnis einerseits, die Kosten der Herstellung anderseits sinddie treibenden und zügelnden Kräfte, unter deren Einwirkung die Ausnutzung dieser undandrer Erfindungen vorwärts schreitet oder hintenan bleibt.

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Der Gedanke, ganze Städte von einer Stelle aus mit Wärme zu versorgen, tauchteschon im vorigen Jahrhundert auf, gelangte aber erst 1877 zur Verwirklichung, als dieStadt Lockport im Staate New Dort mittels eines Rohrnetzes von über 7 üm Längemehr als 200 Häuser mit Heizdampf versorgte. Seitdem wurden in Nordamerika zahlreiche Versuche auf diesem Gebiete, leider nur zu oft mit ungünstigem finanziellenErfolge, gemacht. In Deutschland besitzen zwar größere Gebäudegruppen eine gemeinsameDampfheizung, so die Irrenanstalt Dalldorf bei Berlin eine sehr umfangreiche; an dieBeheizung ganzer Städte ist mau indes noch nicht gegangen. Außer dem Dampf kommtals Wärmequelle für Städtcheizung noch heißes Wasser in Betracht; hiernach dasLeuchtgas, welches ja schon jetzt für Kochzwecke lebhafter zur Benutzung gelangt, undendlich das 1830 entdeckte Wassergas , welches dadurch gewonnen wird, daß manWasserdämpfe über glühende Kohlen leitet, wodurch ein Gemenge von Kohlenoxyd undWasserstoff entsteht, welches man durch Kalk von der Kohlensäure befreit. Dem Preisenach kommen Dampf und heißes Wasser am teuersten zu stehen, nämlich mehr denn drei-mal teurer als Kachelofenheizung. Es folgt das Leuchtgas mit dem doppelten Kosten-beträge der Ofenheizung; endlich das Wasiergas mit nahezu dem gleichen Preise. Dampfund heißes Wasser haben den Vorzug, daß sie sofort fertige Wärme liefern, währendGas erst einige Zeit brennen muß, ehe sich die Zimmer erwärmen. Jedenfalls habenZentralheizungen den Vorzug, daß die einzige Erzeuguugsstelle erheblich weniger dieLuft verunreinigt, als die vielen Feuerstätten der Ofenheizung, und daß die unvermeidlichenBeschmutzungen der Zimmer durch Kohlenabfälle und Aschenstaub gänzlich fortfallen. Beiden Gasheizungen ist dagegen die Gefahr von Vergiftungen durch ausströmendes Gasund von Explosionen nicht ausgeschlossen.

Städtische Zentraldampfleitungen hat neuerdings die Stadt New Dort aus-geführt. Es werden dort Bezirke versorgt, deren Größe sich dadurch bestimmt, daß dieeinzelnen Zweigleitungen nicht länger als 1000 bis höchstens 1200 m werden. DieZentralstelle enthält in 4 Stockwerken 64 Röhrenkessel, welche stündlich 3400 Wasserin Dampf von 6 Atmosphären Spannung verwandeln. Die schmiedeeisernen Röhren-leitungeu, bestehend aus Zuleitungsröhren für den Dampf und Rücklaufröhren für dasKoudenswasser, liegen, um Wärmeverluste zu verhüten, mit Schlackenwolle umpackt inausgehöhlten Baumstämmen. Die Längenveränderungen der Dampfrohre werden durch„Variators" vermittelt: trvmmelartige, mit gewölbten Kupferböden geschlossene Kasten,die zwischen die Endpunkte je zweier Rohre von etwa 25 in Länge eingeschaltet sind.