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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Anlage und gemeinnützige bauliche Einrichtungen der Städte.

Ortszulagen.

Entstehung der Hrlschafien

mit besonderer Aerückfichligung der deutschen Städte.

Abstammung' Geselligkeitstrieb und das Bedürfnis gemeinsamerHilfe in Schutz und Trutz veranlassen das Zusammenleben der Menschen inSippen, Stämmen, Horden und Volksscharen, aber noch nicht notwendig intesten Wohnsitzen. Jäger- und Hirtenstämme bedürfen keiner festen Wohnungen,sondern begnügen sich mit leicht beweglichen Zelten, mit bedeckten Wagen,welche es ihnen ermöglichen, nach Erschöpfung der Jagdgründe, nach Ab-grasung der Viehweiden alsbald neue ergiebige Gegenden eines ausgedehnten unkultiviertenLandes aufzusuchen. Der Anfang der Seßhaftigkeit fällt zusammen mit dem Beginnausgedehnteren landwirtschaftlichen Betriebes. Um ein Land, das zum Ackerbaugeeignet ist, oder dazu urbar gemacht werden kann, zweckmäßig auszunutzen, bedarf eszahlreicher ziemlich gleichmäßig verteilter Niederlassungen, deren Wirkungskreis sich danachbemißt, daß der Weg zwischen Hof und Acker ein bestimmtes Verhältnis zur Arbeitszeitund Arbeitskraft nicht überschreiten darf. Solche ländlichen Niederlassungen, Weiler,Flecken, Dörfer, können entstehen, indem ein Mächtiger, fei es ein weltlicher odergeistlicher Herr, seine Sippe, seine Mannen, seine Hörigen um seinen Wohnsitz oder umeinen Meierhof sammelt, oder indem freie Bauern sich nachbarlich zusammenthun.

Die Unsicherheit, welche überall die Anfänge der Kultur begleitet, führt aber alsbald zueiner andern Art von Niederlassungen, nämlich den kriegerischen. Solche sind Kastelle,Burgen, Festen, zum Schutz der Grenzen, zur Überwachung eines bestimmten Landes-gebietes, zur Beherrschung eines wichtigen Platzes gegründet, jedoch nur groß genug,eine nicht allzu zahlreiche wehrhafte Mannschaft aufzunehmen. Jede von beiden Artenist geeignet, sich zu einer dritten Form der Niederlassung zu entwickeln. Das reich gewordeneDorf umgibt sich mit Wall und Graben und wird eine wehrhafte Stadt, ein kräftigerStützpunkt der Landesverteidigung. An das Kastell schließt sich die ackerbautreibendeKolonie, um die Burg legt sich der Burgflecken, die sich demnächst selbst städtischkriegerisch umgürten und die Feste in ihrer Mitte entweder als Zufluchtsort in großenNöten beibehalten oder als lästige Zwingburg unschädlich machen.

Haben die Städte zuerst noch vorwiegend bäuerliche Bevölkerung, die denn auchspäter den vornehmsten Teil der Bürgerschaft zn bilden fortfährt, so führt die Notwendig-keit der Arbeitsteilung doch bald zum Entstehen des Handwerks, bewirkt der Schutz, dendie Mauern dem Aufspeichern und Austausch von Waren gewähren, das Aufblühen desHandels. Ja, die Vorteile, welche gesteigerter Umsatz dem Lande bringt, der Wunsch,ihn immer ausgiebiger zu gestalten, wird die Veranlassung, daß eigens dem Handel zuliebeDas Buch der Erfind. I. 56