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Wasserversorgung der Städte.
zu erzielen sind. Sie nachzuahmen durch künstliche Herstellungen, ist deshalb eine schonseit vielen Jahrtausenden eingeführte Gepflogenheit. In China, Japan, Indien, Assyrien ,Ägypten, Spanien, Peru , Ceylon finden sich seit undenklichen Zeiten derartige Anlagen.Die Türkei besitzt für ihre Hauptstadt fünf Thalsperren von fast 2000jährigem Alter,deren größte etwa 300000 obin faßt. Einige andre Städte, welche vorzugsweise durchThalsperren mit Wasser versorgt werden, sind Liverpool mit 65000000 obm, Manchester ,Leicester, Leeds, Sheffield, Blackburn, Edinburg, Dublin , ferner Verviers mit12 500000 obin, Königsberg mit 7000000 obin, Remscheidt mit 1000000 obin,New Aork mit Reservoiren von 300000000 obm, Brooklyn, Albany, Baltimore ,Melbourne u. s. w. Aber nicht nur der Versorgung mit Trink- und Nutzwasser dienensie, obschon sie hierfür ganz besondere Bedeutung erlangt haben, seitdem man erkannt hat,daß die ausreichende Versorgung größerer Orte aus Quellen oder mit Grundwasserunsicher und in vielen Fällen unmöglich oder doch mit ganz unverhältnismäßigem Auf-wande verknüpft ist. Sie wurden in früheren Zeiten und werden heute noch vielfach und
S02. Der Grddmnm von Afhti in Indien .
» Thon, d schwarzer Lehm, o reine Erde, ä Lehm und Sand, s Pflaster aus größeren Steinen.5 Pflaster aus kleineren Steinen.
vorwiegend zur Speisung von Kanälen, zur Wiesenberieselung und für gewerbliche Betriebeerbaut. Die älteren dieser Anlagen sind als Erddämme gebaut; so sind die StaudämmeIndiens, die alten englischen Thalsperren und einige neuere in den Vereinigten Staaten aus Erde hergestellt, wie z. B. der Quakerbridgedamm für New Aork, dessen Damm-krone eine Höhe von 82 in über dem Unterwasser hat. Obgleich einige solcher Dämmesich schon seit Jahrhunderten gut erhalten haben, ist doch oft ihre Durchlässigkeit groß,so daß die Gefahr der allmählichen Auflockerung und des schließlichen Bruchs nicht aus-geschlossen ist. Es wird daher neuerdings fast ausschließlich nur das solideste Mauerwerkoder Beton zu ihrer Herstellung verwendet.
Der Erddamm von Ashti in Indien , zwischen Bombay und Madras, 1876—1882 erbaut,hat eine Länge von 3,g lein und eine größte Höhe von 17,68 in. Das von ihm gesperrteSammelbecken saßt 40 Millionen obin Wasser, von denen etwa 6 Millionen durch Verdunstungund Versickerung verloren gehen. Die verbleibende Menge von 34 Millionen dient zur Be-wässerung von 40 226 b Bodenfläche. Seine Herstellung erfolgte derart, daß zunächst durchAusrodung aller Pflanzenwurzeln ein gutes Auflager für den Damm vorbereitet wurde. Dannwurde auf der ganzen Länge in der Mitte unter der künftigen Dammkrone ein Thonkern von3,05 in Stärke bis auf den undurchlässigen aus Braunkohlensandstein bestehenden Untergrundhinabgeführt. Zur Aufschüttung des Hauptkvrpers verwendete man drei verschiedene Erden: zudem mittleren Teil schwarzen reinen Lehm, rechts und links davon bündige reine Erde vonbraunroter Farbe; die thalseitige äußere Seite ward mit einer Mischung von Lehm und Sandgedeckt. Die Erde ward in niedrigen, jedesmal sogleich durch Einwalzen gefestigten Schichtenaufgebracht. Die wasserseitige Böschung wurde mit einem Pflaster versehen, zu welchem in demoberen dem Wellenschläge ausgesetzten Streifen große Steine verwendet wurden, die von einembis zur Beckensohle hinabreichenden Streifen kleinerer Steine gestützt werden. Das Pflaster istsorgfältig mit Schratten ausgekeilt. Am rechten und linken Ende des Dammes befinden sich dieNblaufkanäle, gemauerte Tunnels von eiförmigem Profil, im Lichten 1,4 in hoch und 1 in weit.Sie sind thalseitig durch eine Mauer geschlossen, aus welcher je drei gußeiserne 0,s in weiteRöhren austreten, durch deren Schieber der Auslauf reguliert wird. Das Hochwasser wirddurch einen Seitenkanal von 250 m Breite in den nahen Fluß Rapla abgeleitet.
Das Buch der Erfind. I. 64