Wasserversorgung der Städte. 507
Reihen Konsolenträger eingesetzt, um Gerüste darauf befestigen zu können. An der Innenwandist oben ein mit Platten delegier Gang angebracht. Das so gesperrte Sammelbecken faßt1600000 obm Wasser, welche genügen, um den Fluß unterhalb gleichmäßig zu speisen. Zunoch vollkommenerem Ausgleich ist jedoch oberhalbspäter noch ein zweites Becken hergestellt worden.
Der Grundablaß und die Wasserentnahme aus demin Rede stehenden unteren Becken erfolgt seitwärts vonder Staumauer durch zwei aus gußeisernen Flansch-röhren gebildete verschließbare und regulierbare Lei-tungen und ein in der Mitte zwischen beiden etwastiefer gelegenes beständig offenes Ablaßrohr, welchesdie Schlammablagerungen oberhalb des Einlaufs ver-hüten soll. Alle drei Leitungen liegen zum Zweckeihrer Überwachung und Bedienung in einem L,o inhohen und 1,80 in weiten Tunnel. Die beiden Ent-nahmerohre münden unterhalb in ein kleines Bassin,von welchem ab die Verteilung mittels Schleuseneinerseits durch einen großen offenen Kanal in denFluß, und anderseits durch einen kleinen gedecktenKanal zur Quellwasserleitung der Stadt St. Etienne erfolgt. 36,5 in oberhalb des Grundwasserablassesist ein Tunnel hergestellt, welcher den normalen Über-lauf des Beckens bildet, derart daß in der Regel derWasserstand nicht höher ansteigen soll als bis zur ^
Sohle dieses Tunnels. Bei großem Hochwasser aberwird er durch eine Stellsalle geschlossen, so daß dasWasser im Becken noch um 5,5 m steigen und somitetwa 400000 obin Wasser mehr aufnehmen kann.
In solchen Fällen wird einem neben dem Becken
so». Ktanimmcr des Furrns.
herlaufenden Flutkanal, der die geringeren Hochwasser für sich abzuleiten im stände ist, durch einSchleusenwehr oberhalb des Beckens Entlastung in letzteres hin verschafft. Ein Überfallwehr in derNähe des Überlauftunnels verhindert ein Ansteigen des Wassers im Becken über jene 5,5 m hinaus.
Die Herstellung vonThalsperren erfordert wegendes großen auf sie einwir-kenden Wasserdrucks ganz be-sondere Vorsicht. UngeheureUnglücksfälle sind bereitsdurch den Bruch von Stau-dämmen und -Mauern ent-standen, da dann die mit un-aufhaltsamer Gewalt hinab-flutendeu Wassermassen allesMenschenwerkundMenschen-leben in ihrem rasenden Laufvernichten. Der Bruch derErddämme bei Johnstown1889 und in Massachusetts (Amerika ) in den Jahreul842und 1874, der Umsturz derStaumauer von Bouzep beiEpinal im Jahre 1895 sindwarnende Beispiele hierfür.
Will man das Wassereinem offenen Flußlaufentnehmen, so legt man ambesten Parallel dem Fluß einengemauerten Kanal, der miteiner oder mehreren Einlaß-leitungen, Stollen oder Röhren gegen den Fluß versehen ist und als Aquädukt nach demzu versorgenden Orte geführt ist, oder das Wasser mittels einer Rohrleitung abgibt. Beikleinem Bedarf genügt auch eine gemauerte Wasserstube. Die Schöpfstelle im Fluß liegt ambesten in der stärksten Strömung, jedoch mit der Röhrenendung der Strömung abgekehrt,möglichst hoch über dem Boden, aber noch etwas unter dem niedrigsten Wasserstande.
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so«. Weiiezianistlie Zisterne.
Aus Lueger, „Wasserversorgung der Städte".